StadtratWatch

Stadtratssitzung vom 02.03.2026

Bei aktiviertem Filter werden nur Beschlussvorlagen, Anträge und Änderungsanträge aufgelistet.

Verfahrensabstimmungen, wie z.B. Geschäftsordnungsanträge oder Abstimmungen zur Tagesordnung, werden ausgeblendet.

  • Nochmals hier kurz zur Einbringung des Antrags. Er ist eigentlich entstanden aus dem Änderungsantrag damals vom Bauausschuss bezüglich der Magdeburger Ringenbrücke. Wir hatten uns dann die Idee, dass wir das eigentlich generell mal prüfen sollten, ob das nicht möglich wäre.

    Und wir haben ja nicht nur ein, zwei, drei oder zehn Baustellen, sondern ein bisschen paar mehr. Daraufhin ist dieser Antrag entstanden aufgrund der Grundlage des Änderungsantrags damals vom StBV. Und ich bitte um Zustimmung für den Antrag. Vielen Dank.



  • Wir hatten letzte Woche eine Pressemitteilung, die rausgegangen ist. Unter anderem ging es darum, dass das Ordnungsamt zahlreiche Verstöße bei fast 30 Spätshops festgestellt hat.

    Das zeigt eigentlich ganz klar, dass es eine systematische Missachtung gibt in vielen Bereichen und dass die Probleme, die jetzt auch mit dem Antrag dargestellt werden, real sind. Deshalb brauchen wir halt auch ganz klar kommunale Steuerungsmöglichkeiten, dass wir eingreifen können.

    Ich sage mal so, wenn kontrolliert wird, dann wird natürlich etwas festgestellt und wie gesagt, das ist ein Dauer- oder ein Systemproblem. Die Kontrollen bestätigen vom Prinzip an unseren Antrag und ich bitte um Zustimmung. Vielen Dank.



  • Jens Rösler SPD/Tierschutzallianz/Volt Ausschuss für kommunale Rechts- und Bürgerangelegenheiten

    Für den KAB-Ausschuss. Ist wirklich bloß so wie eine kleine Formalie. Da es im Prinzip nicht unser Anliegen ist, dass die Oberbürgermeisterin das sozusagen machen muss, sondern wir bitten bzw. wir bevollmächtigen wir geben ihr sozusagen Rückendeckung das mit dem Land so zu besprechen.



  • Das maße ich mir nicht an, Beigeordneter. Vielleicht kürzt das die Diskussion ein klein wenig ab, denn Sie haben in der Zeitung gelesen, dass wir mit dem Ordnungsamt bereits an diesem Problem dran sind, der Spätshops hier in Magdeburg.

    Und das, was der Antrag will, nämlich diese Verhandlungen mit dem Land aufzunehmen, auch das haben wir bereits gemacht. Es wurde ein Brief entworfen, den die Oberbürgermeisterin auch bereits unterschrieben hat.

    Sprich, das, was der Antrag will, ist bereits erledigt. Im Grunde genommen haben wir das als voraussagenden Gehorsam, ich drücke es jetzt mal so aus, und aus Ausfluss der aktuellen Debatte zur Neustadt bereits erledigt. Danke.



  • Stephan Papenbreer Tierschutzpartei

    Also ich werde diesen Antrag ablehnen. Ich finde es eigentlich eine Frechheit. Jede Tankstelle darf bis abends verkaufen. Das ist doch nicht das Problem desjenigen, der verkauft, sondern vielleicht eine Frage des Ordnungsamtes, der Prüfung und starker und massiver Sanktionen für die, die sich nicht an Ordnung und Recht halten und an Jugendliche verkaufen, die es nicht haben dürfen.

    Aber hier eine Beschränkung zu wollen, wundert mich gerade von der CDU, die im Grunde genommen eigentlich wirtschaftlich denkt und auch wirtschaftliche Freiheit eigentlich einfordert, dass so ein Antrag überhaupt kommt. Danke.



  • Ja, Herr Papenbreer, genauso ist es. Also ich habe da ja kein Verständnis für so einen Antrag. Ich kann mich daran erinnern, vor 20 Jahren haben alle aufgeschrien, wir brauchen Jobs, Kioske, die bis in der Nacht aufhaben und jetzt will man alles umdrehen. Und das von der CDU, die in der Landesregierung sitzt, die eigentlich nur ihren Minister anrufen braucht. Das haben wir ja schon erfahren hier im Rathaus, wie schnell das geht und es wird geklärt. Warum macht er das hier bei dieser Drucksache nicht auch? Also ich weiß gar nicht, was das soll.

    Auch wir werden diesen Antrag ablehnen und Herr Papenbreer hat es richtig gesagt, es liegt ganz einfach daran, wie wir kontrollieren, wie wir durchgreifen. Denn die letzten Jahre von Kontrollen haben wir nichts gehört. In letzter Zeit, weil es ein bisschen hochkocht, haben wir öfter mal was gehört, dass wir öfter kontrollieren oder sonst irgendwas. Aber das hier so nochmal zu verschärfen, ich bin froh, dass es Spätshops gibt, dass die offen haben und dass ich kaufen kann, was ich möchte.



  • Dr. Thomas Wiebe SPD/Tierschutzallianz/Volt

    Wir haben das Thema etwas kontroverser diskutiert. Wir hatten ja in Neustadt diese Veranstaltung, da war das zumindest bei den Bürgern ein großes Thema. Und das Problem ist eben, dass wir nicht die Hoheit über diese Regelungen haben, die liegen eben beim Land.

    Wir werden diese Abstimmung aufgrund der etwas kontroversen Meinungsleiden in unserer Fraktion freigeben. Meine persönliche Meinung ist, es geht hier überhaupt gar nicht, Spätshops zu verbieten, aber es muss mir mal jemand erklären, warum zwischen 0 Uhr und 4 Uhr unbedingt 20 Spätshops in der Nähe des Haselbachplatzes oder sonst wo geöffnet haben müssen. Das erschließt sich mir gar nicht. Und deshalb werde ich diesem Antrag auch zustimmen.



  • Ich finde das schon hochinteressant, dass ein Antrag, was deutlich auf Landespolitik abzielt, von der Fraktion kommt, die anderen gerne vorhält, zu sagen, wir machen hier im Stadtrat Stadtpolitik und nicht eine fürs Land. Abgesehen aber von der Tatsache, ist es natürlich auch kein wahrscheinlich skurriler Zufall, mit leichter Ironie gesprochen, dass der Antrag genau das will, was der Beigeordnete schon seit langem angesprochen hat.

    Aber vielmehr noch, mir ist natürlich bewusst, dass insbesondere die Problematik des Vandalismus und des Alkoholkonsums eine ist, die intensiv in Stadtteilen geführt wird. In der Neuen Neustadt, in der Altstadt, in Sudenburg, in verschiedenen Ecken und Enden, das stimmt. Aber Alkoholismus und Vandalismus im Zusammenhang werden Sie nicht durch die willkürliche Setzung einer Öffnungszeitbegrenzung zuvorkommen können. Da geht es auch um Bezahlbarkeit von Angeboten und die Frage ist, können Menschen zum Beispiel sich Geselligkeit einfach leisten, abseits dessen, dass sie in einem Spätshop ein günstiges Bier holen.

    Und auch abgesehen davon, wenn Sie die Ladenöffnungszeit auf 24 Uhr zum Beispiel begrenzen oder auf 22 Uhr, weiß Gott wohin wir runtergehen wollen, dann sind Sie dem Problem immer noch nicht zuvor gekommen, dass jemand noch eine Minute vor Schließen des Ladens reingehen kann, sich noch fünf Sternis kaufen kann und sich trotzdem noch davor setzen kann. Und dann müsste ja eigentlich der Beigeordnete kommen, der in andere Stellungnahmen reinschreibt, wir haben kein Personal, um sowas mit den Kontrollen abzudecken. Dafür ist es dann da.

    Ich meine, das ist eine Prioritätensetzung, das kann man intensiv kontrollieren, aber die ist schon interessanterweise jetzt in eine Richtung gesteckt. Und naja, ich meine, wenn man in 20 Jahren Führung des Wirtschaftsministeriums von der CDU das Problem noch nicht hinlänglich auf Landesebene realisiert hat, dann naja, muss man es halt mal hier versuchen, nicht wahr?



  • Stephan Papenbreer Tierschutzpartei

    Wir haben diesen Antrag im GeSo gemeinsam besprochen und ich würde bitten, diesem Antrag mit dem Änderungsantrag zuzustimmen.



  • Nicole Anger DIE LINKE Gesundheits- und Sozialausschuss

    Ich würde gerne noch zu dem Änderungsantrag sagen, den wir empfohlen haben und nicht den Ursprungsantrag zur Korrektur an der Stelle. Wir haben sehr intensiv miteinander diskutiert zu dem Anliegen des Antrages, welches wir im Ausschuss auch sehr stark unterstützen.

    Die Frage war aber letztendlich, soll der Erste-Hilfe-Kurs als ein Unterrichtsfach installiert werden oder soll er Teil des Schultages, des Schulalltages werden? Und da waren wir uns sehr einig, er soll nicht Teil eines Unterrichtsfaches sein, sondern in den Schulablauf, in den Schulalltag integriert werden.

    Und darauf richtet sich auch der Änderungsantrag, weil das ist ja etwas, was die Schulen in der Tat schon machen. Erste Hilfe wird in der Projektwoche umgesetzt, möglicherweise als ein Beispiel. Aber uns war es wichtig, auch nochmal zu sagen, es darf nicht nur an einem Tag im Schuljahr passieren, es wäre schon gut und wünschenswert, wenn es regelmäßiger passieren würde und man damit auch die Auffrischung bei den jungen Menschen nochmal bestärken würde.

    Deswegen haben wir diesen Änderungsantrag im GESO erarbeitet und würden da um Zustimmung bitten, dass der Erste-Hilfe-Kurs im Prinzip Teil des Schulalltages wird und dort je nach Schule und Kapazitäten dann entsprechend auch Erste Hilfe angeboten und implementiert wird.



  • Wer heute aufmerksam die Zeitung verfolgt hat, hat gesehen, dass zu diesem Thema schon was in der Zeitung stand. Die Schulen haben, wie das eben schon erwähnt wurde, ohnehin Erste Hilfe im Lehrplan und auch das Land hat sich aufgemacht und hat einige Kooperationen mit AGs, mit Trägern vom Rettungsdienst auf den Weg gebracht.

    Von daher werden wir uns diesem Antrag anschließen und zustimmen, aber mit dem deutlichen Hinweis, dass das eher ein symbolischer Antrag ist, weil das ganze Thema schon erkannt wurde, dass ausgebaut wird und ja, einfach ein guter Symbolbeitrag des Stadtrates ist, sich da anzuschließen. Danke.



  • Meinem Vorredner dahingehend versprechen, dass nicht alle dem zustimmen werden. Denn ganz ehrlich, wozu braucht es diesen Antrag? Ja, es ist wichtig, das wissen wir alle, aber seit der ersten Klasse, sogar schon im Kindergarten und ab der ersten Klasse, ist Erste Hilfe Thema des Lehrplans. Der steht nicht nur drin, sondern wird auch gemacht. Wir müssen das auch im Klassenbuch abrechnen. Es muss abrechenbar sein, dass das behandelt worden ist.

    Wir holen uns von außen auch kompetente Personen, die uns dabei unterstützen, egal ob es das Rote Kreuz ist oder die anderen Malteser oder Vanita. Das gibt es also und es bedarf jetzt hier wirklich, das ist für mich persönlich wirklich einfach ein Schaufensterantrag, denn das gibt es, das müssen wir jetzt nicht extra nochmal beschließen. Und wenn man sagt, ja, weil es ja, das gibt es ja und wir wollen es bekräftigen, tut mir leid, dann müssen wir so viele Anträge hier einbringen, dass wir Tag und Nacht beschäftigt sind. Vielen Dank.



  • Dr. Thomas Wiebe SPD/Tierschutzallianz/Volt

    Also Schaufensteranträge weiß ich nicht, aber da haben wir schon schlechtere gehabt. Inhaltlich auf jeden Fall für einen der Besseren und vor allen Dingen auch für einen Sinnvollen. Leider kommt der jetzt erst.

    Ich habe gerade noch mal nachgeguckt in den Fachgremien, insbesondere den alles physiologisch intensivmedizinischen Fachgremien ist das schon sehr lange ein Thema. Das läuft unter der großen Überschrift Erwachsenenreanimation, Laienreanimation. Dazu gab es von der entsprechenden Gesellschaft schon 2020 eine Stellungnahme. Die haben damals gefordert, aktuell habe ich da jetzt nicht zu finden, zwei Pflichtstunden pro Jahr.

    Und deshalb finde ich das eine gute Sache. Das kann man gar nicht oft genug vermitteln und das bringt übrigens auch was. Das ist also wissenschaftlich nachgewiesen. Laienreanimation rettet Leben. Und deshalb werden wir das unterstützen, Schaufenster hin oder her.



  • Burkhard Moll Tierschutzpartei

    Ja, noch mal zum Schaufensterantrag. Muss ja natürlich von der CDU kommen gerade, oder von der FDP, jedenfalls der Fraktion. Leben retten ist wichtig, das kann man nicht oft genug sagen.

    Und wenn man da manchmal draußen sieht, was da los ist und wie das abgeht, oder was da für Fehler gemacht werden kann, dann liegt es entweder daran, dass es vielleicht nicht genug beigebracht wird, oder eben nur, vielleicht sind die Kinder gerade krank.

    Ich finde, dieser Antrag ist wichtig und der kann Leben retten und darum sollten alle dafür stimmen.



  • Philipp Händler GRÜNE/future!

    Ich möchte bloß sagen, dass wir den Austausch im GeSo zu dem Thema sehr gelungen fanden und sehr produktiv und wir deswegen der Meinung des GESO folgen und dem Änderungsantrag zustimmen werden.



  • Von mir auch einen schönen guten Tag. Wir hatten ja bei dem Ursprungsantrag, hieß es ja noch, dass die Oberbürgermeisterin gebeten wird, an das Bildungsministerium heranzutreten, inwieweit der Erste-Hilfe-Kurs dort halt integriert werden könnte. Das haben wir auch schon getan, haben auch bereits ein Schreiben seit einem Monat ungefähr vorliegen, wo genau da nochmal darauf hingewiesen wird, was auch gerade Stadtrat Leitel gesagt hat, dass gerade im Grundschulbereich das Curriculum dahingehend auch weiterhin noch derzeit überarbeitet wird, aber auch schon ein Bestandteil ist.

    Es ist grundsätzlich gut, das Thema weiterhin zu betrachten, das wollen wir auch tun, gleichwohl, und das bestätigt uns auch nochmal das Schreiben vom Bildungsministerium, können wir darauf hinwirken, dass das auch dann darüber getan wird, aber letztendlich obliegt es jeder Schule, und das können wir halt dementsprechend auch nicht als Stadtverwaltung reingeben, inwieweit das im Projekttag oder Sonstiges noch weiter darüber hinaus aufgenommen werden wird.

    Aber insgesamt gibt es auch eine positive Rückmeldung vom Bildungsministerium, die unterstützen wir auch. Wir werden ganz bestimmt dazu beitragen, dass das Thema auch immer bei unseren Schulen virulent ist, aber wir können es nicht anordnen.



  • Für uns ist der Hauptantrag der Tierschutzpartei sehr wichtig, dem stimmen wir auch zu. Den Änderungsantrag stimmen wir nicht zu, weil der Hauptantrag alles das aussagt, was wir gern hätten.

    Schließlich geht es ja um unsere Kinder und da sollte man zustimmen. Wir finden es wichtig, dass sowas an die Schulen vielleicht noch viel intensiver gemacht wird, mehr als zwei Stunden. Darum kann man nur zustimmen, diesen Antrag.



  • In jetzt zwei Jahren, die ich dieses Haushaltsaufstellungsverfahren mit begleite, ist mir immer wieder aufgefallen, dass eigentlich die Ortschaftsräte nirgendwo so richtig ihren Platz finden. Auch wenn man zum Beispiel jetzt sagen würde, naja, Infrastrukturmaßnahmen oder dergleichen, die finden ja auch in den Ortschaften um Magdeburg herum statt, haben wir dazu nie ein Wort verloren gehabt.

    Und die große Preisfrage zu sagen, naja, wäre es nicht aber eigentlich in der Demokratie angebracht, dass alle Ortschaften, die dazugehören, auch ihren Platz irgendwo finden, an dem Werk sich zu beteiligen, was maßgeblich auch über ihre finanziellen Ressourcen bestimmt. Nun sagte die Verwaltung auf Stellungnahme, ah ja, Beratungsreihenfolge ist ein bisschen schwierig und deswegen haben wir nochmal den Änderungsantrag hinterher geschoben, darum zu bitten, dass es vielleicht einen festen Termin im Rahmen des Aufstellungsverfahrens gibt, wo man sich nochmal mit den Ortschaften zusammensetzt, um nochmal Bedarfslagen vor Ort abzuklappern.

    Ich glaube, das würde auch dessen, was Herr Kräuter vor einiger Zeit hier mal gesagt hatte, dass er immer eine gute Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Magdeburg hatte, Rechnung tragen, dass das auch für künftige Generationen so bleibt und die Bedarfe der Ortschaften adäquat berücksichtigt werden.



  • Dr. Niko Zenker SPD/Tierschutzallianz/Volt Ortschaftsrat Beyendorf-Sohlen

    Diesmal als Ortsbürgermeister. Vielen Dank an die Fraktion Die Linke für den Antrag, dass das auch noch mal behandelt wurde. Kurzum, was in der Stellungnahme steht, ist aus meiner Sicht falsch. Das Kommunalverfassungsgesetz, Paragraf 84, Absatz 2, sagt, der Ortschaftsrat ist zu wichtigen Angelegenheiten, da kommt ein bisschen ein paar Ausnahmefälle, aber die sind hier nicht von Interesse, ist zu wichtigen Angelegenheiten zu hören, rechtzeitig zu hören. Das heißt, der Ortschaftsrat muss angehört werden.

    Und wenn wir zum Beispiel die letzte Haushaltsberatung angucken, da wurde der Ortschaftsrat, wir haben das eingefordert, wir hatten auch eine entsprechende Informationsveranstaltung, wir haben aber kein Votum dazu abgegeben. Und insofern ist das aus meiner Sicht ein Verstoß gegen das Kommunalverfassungsgesetz und ich möchte alle bitten, den Antrag der Fraktion Die Linke zuzustimmen, weil wir verstoßen hier gegen das Kommunalverfassungsgesetz, wenn die Ortschaftsräte nicht zugehört wären, gerade wenn es um Veranschlagungen von Haushaltsmitteln geht, ob das nun 5 Millionen oder 300 Euro sind, das ist völlig egal. Sie sind zu hören und das muss entsprechend in die Beratungsfolge mit eingeflossen werden.

    Das gilt im Übrigen nicht bloß für Haushaltsmittel, wir hatten es beim letzten Mal in der Diskussion ja auch zum Beispiel bei den Schulbezirken, wo der Ortschaftsrat nicht gehört wird, das sind auch wichtige Angelegenheiten. Deswegen möchte ich, wie gesagt, nochmal darum bitten, dass dem Antrag zugestimmt wird und die Verwaltung bitte aufgefordert wird, dass sämtliche Anträge bzw. Drucksachen, die von der Verwaltung erstellt werden, auch in den Ortschaftsräten zu handeln.



  • Ich habe jetzt eine Verständnisfrage. Also ich kann mich erinnern, dass wir immer die Ortsbürgermeister im Rat hatten und dass immer Rederecht für diese bestand. Wenn sie sich zu Wort gemeldet hatten, haben sie auch immer sprechen können und wurden gehört.

    Also deswegen verstehe ich nicht, dass es jetzt plötzlich anders sein soll. Wenn sie natürlich der Einladung nicht folgen, wenn sie nicht anwesend sind, dann ist das was anderes. Aber die Ortsbürgermeister konnten immer jeder Sitzung teilnehmen und reden, wurden gehört.



  • Also wir werden dem Antrag nicht zustimmen aus folgenden Gründen, weil, das hat Frau Stadträtin Schumann auch ein bisschen so jetzt schon erläutert. Wir haben jedes Mal die Ortsbürgermeister hier gehabt, vor der Corona-Zeit haben alle Ortsbürgermeister dieses Privileg auch wahrgenommen.

    Wir haben die Ortschaftsräte, wo viele auch aus den Parteien mit dabei sind und mitsprechen. Und wir haben auch die Ortschaftsräte, die mit Eigenbefassung sich auch quasi auf der Tagesordnung das Ganze raufziehen können. Ich kann mich erinnern, dass wir in den Haushaltsplanentwürfen bis heute nicht einmal irgendwas nicht umgesetzt haben, was aus den Ortschaftsräten kam. Weil die Ideen, die Vorschläge wurden eingebracht. Dafür wohnen auch Mitarbeiter oder gibt es eine Mitarbeiterin der Verwaltung, die dafür ja dann zuständig ist, das Ganze zu koordinieren oder zwei sogar und das Ganze quasi der Verwaltung vorschlägt und die Verwaltung quasi den Stadträten vorschlägt.

    Außerdem haben die Möglichkeiten die Ortsbürgermeister und die Ortschaftsräte auch quasi in den Ausschüssen zu reden zu den ganzen Dingen. Und mich verwundert, dass der Antrag von einem Stadtrat kommt und nicht direkt aus dem Ortschaftsrat oder von Ortschaftsräten, wenn es wirklich so ein Mangel ja sein sollte, was jetzt so ein bisschen hier quasi transportiert wird.

    Auf der anderen Seite würde ich jetzt gerne erfahren, den Redebeitrag von Dr. Zenker bezüglich der Frage mit dem KVG. Gibt es da von der Verwaltung noch eine Stellungnahme, was jetzt nun so richtig ist? Das würde mich jetzt nochmal interessieren.



  • In der Kommunalverfassung steht, dass die Ortschaftsräte anzuhören sind zu ihren Belangen, was die Ortschaft anbelangt. Und ich muss mal sagen, der aktuelle Antrag in Form des Änderungsantrages, der ist zulässig, also der hat die Stellungnahme der Verwaltung berücksichtigt. Es gibt also keine Bedenken, die Ortschaftsräte anzuhören.

    Bisher haben wir das so gemacht, dass sie schriftlich angehört worden sind, weil es steht ja nicht, dass man die Stadträte nicht auch schriftlich anhören kann. Also sie wurden eben nicht mündlich angehört. Aber im Grunde genommen spricht auch nichts dagegen, die Ortschaftsräte jetzt zukünftig in der Haushaltssitzung praktisch mit zu zu holen und dort auch anzuhören.



  • Ich möchte mich da eigentlich auch Frau Schumann anschließen, wie sie es schon gesagt hatte. Auch die Einwohner der Ortschaftsräte wählen ja den Stadtrat und der Stadtrat ist der Hauptansprechpartner dafür.

    Und wenn wir die Haushaltsverhandlungen haben, ist jeder andere Stadtrat eingeladen, an diesen Sitzungen teilzunehmen, auch wenn er dem Ausschuss nicht angehört, Fragen zu stellen, nachgegeben, da werden wir uns schon einigen, das Rederecht zu erteilen, und ebenso auch die Ortsbürgermeister. Und alle Ortsbürgermeister haben, glaube ich, auch E-Mail, um das schriftliche Verfahren abzugreifen.

    Wenn der Haushalt vorgestellt wird und in den Ausschüssen beraten wird, ich kann mich erinnern, letztes Jahr waren es, glaube ich, anderthalb Monate, wo der Entwurf durch die Ausschüsse tingelte, etwa anderthalb Monate. Das heißt, vom ersten Ausschuss bis zur finalen Sitzung bestehen anderthalb Monate Zeit, um sich an den entsprechenden Stellen zu Wort zu melden und die eigenen Wünsche mit anzubringen.

    Und ich selber zum Beispiel gehe auch durch die Ausschüsse durch, um mir die Argumente in den Ausschüssen schon mal anzuhören, bevor sie im Finanzausschuss geäußert werden. Wenn man Interesse daran hat, bewegt man sich dorthin und verlangt nicht, dass es einem geliefert wird.



  • Dr. Niko Zenker SPD/Tierschutzallianz/Volt Ortschaftsrat Beyendorf-Sohlen

    Vielen Dank für die Redebeiträge. Liebe Carola Schumann, ein Ortsbürgermeister steht dem Ortschaftsrat vor. Das ist definitiv richtig. Aber der Ortschaftsrat ist ein Gremium, das angehört werden muss. Der Ortsbürgermeister kann durchaus auch eine andere Meinung als das Gremium haben. Wenn das Gremium aber beschließt, wir gehen den Weg links lang, dann gehen wir links lang. Und wenn es andersherum entschieden wird, dann muss der Ortsbürgermeister auch dahinter stehen. Ein reines Befassungsrecht, das man hier hat, ist zu kurz gesprungen. Das ist definitiv zu kurz gesprungen, weil der Ortschaftsrat, ich habe es vorhin gerade vorgelesen, ist vor Beschlussfassung des Gemeinderates, also jetzt hier in unserem Fall des Stadtrates, zu hören.

    Das heißt, es muss in der Beratungsfolge vermerkt werden, dass der Ortschaftsrat als Gremium getagt hat. Und dann kann gerne der Ortsbürgermeister das hier auch vortragen. Das ist durchaus richtig. Ich bleibe dabei, wenn wir das weiter so machen, ist das aus meiner Sicht ein Verstoß gegen das Kommunalverfassungsgesetz. Ich hoffe, das hört jetzt keiner hier im Livestream. Aber andererseits, was Sie auch gesagt haben, dass wir schriftlich angehört werden. Ich bin jetzt seit, weiß ich nicht, sieben Jahren Ortsbürgermeister, vielleicht auch erst sechs. Ich wurde noch nie schriftlich angefragt, dass ich zu irgendwas Stellung nehmen soll.

    Und sämtliche Termine, die wir hatten, Herr Groll, die ich quasi eingefordert habe, das kam nicht aus Ihrer Richtung, sondern ich habe mir das eingefordert als Ortsbürgermeister und habe gesagt, wir hätten das gerne verhandelt. Und letztes Jahr haben wir es dann gemeinsam gemacht mit den anderen Ortschaftsräten, das ist ja auch völlig in Ordnung. Aber letztendlich musste ich das einfordern, da kam niemand von der Stadt auf mich zu und hat gesagt, naja, wir machen das dann doch.

    Und wir haben das auch, also das ist nicht das erste Mal, dass ich das angesprochen habe, auch hier im Rat, dass die Ortschaftsräte bitte einbezogen werden müssen. Wir hatten vor zwei Jahren, glaube ich, die Frage auch, als diese Zeitleiste aufgebracht wurde, wo drauf stand, wann das in welche Ausschüsse geht, der Haushalt, habe ich auch nochmal darauf hingewiesen mit der Bitte, die Ortschaftsräte auch zu nehmen, das ist leider auch nicht passiert.

    Deswegen kann ich nochmal darum bitten, bitte nicht den Ortschaftsrat und den Ortsbürgermeister verwechseln. Die Beschlussfassung im Ortschaftsrat ist zwingend nötig nach KVG. Ich kenne auch einige Beispiele aus dem Jerichoer Land, wenn ich den Herrn Beigeordneten Rehbaum angucke, der ja da in der Nähe so ein bisschen wohnt, wo ein Beschluss eines Haushaltes im Stadtrat Burgquartz, glaube ich, wiederholt werden musste, weil es nicht durch irgendeinen Ortschaftsrat gegangen ist, ich weiß nicht mehr welchen, aber da musste eine Haushaltsbeschlussfassung wiederholt werden. Deswegen bitte dem Antrag zustimmen und in Zukunft die Ortschaftsräte mit einbeziehen.



  • Ich wollte noch mal gerne ein bisschen Licht ins Dunkel bringen. Es geht mir nicht um das Rederecht an der Stelle. Das ist mir bewusst, dass die Ortsbürgermeister das haben. Es geht darum, dass sie eine Präsentation im Rahmen der Haushaltsberatung bekommen, wie wir das in anderen Fachausschüssen thematisch auch bekommen. Was passiert in meiner Ortschaft mit dem Geld, das im Haushalt zur Verfügung gestellt wird?

    Und das hat den einfachen Hintergrund. Ich arbeite seit zwei Jahren mit dem Verfahren in den Haushaltsberatungen, dass ich vier Wochen Vorberatung im Finanzausschuss der Verwaltung vorher meine Fragen zukommen lasse. Weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass wenn ich spontan nach einzelnen Haushaltstiteln frage, es eher dünner aussieht. Was ja auch manchmal böse ist bei über 1000 Seiten expliziten Zahlenmaterial. Das gebe ich zu.

    Wenn jetzt aber zum Beispiel auch einzelne Ortschaftsräte beispielsweise in den Bauausschuss kämen und sagen würden, naja, ich habe hier folgenden Haushaltstitel XYZ zum Thema Infrastruktur entdeckt. Was bedeutet das denn konkret für meine Ortschaft? Für Randau-Calenberge, für Pechau etc. Und man dann da sitzt und sagt, können wir Ihnen gar nicht so richtig sagen. Dann ist es für die Ortschaft natürlich schlecht, irgendwo auch in ihre Ortschaften rein zu transportieren.

    Und das hat Herr Dr. Zenker ja auch deutlich gemacht, was passiert bei uns vor Ort. Und es geht lediglich darum, diesen verpflichtenden Termin, das sagt ja der Änderungsantrag, oder diese Zusammenkunft miteinander zu organisieren, damit man einfach auch sieht, was passiert eigentlich mit den vielen Millionen, die in Magdeburg ausgegeben werden.

    Und das ist ein bisschen das Prinzip, bringe ich den Berg zum Propheten oder lasse ich den Propheten zum Berg kommen. Wenn ich davon ausgehe, dass wir unsere Ortschaften als gleichberechtigte Partnerinnen und Partner wahrnehmen, dann finde ich es notwendig, dass wir auch mit solchen wichtigen Entscheidungsvorlagen wie, wo geben wir Geld aus, dorthin gehen und uns ihre Meinung dazu abholen.



  • Ja, dankeschön. Zur Rechtslage, KVG hat ja Frau Kuhle schon ausgeführt und wir müssen zwei Dinge unterscheiden hier. In die Beratungsfolge, also der Drucksache Haushalt, in die Beratungsfolge die Ortschaftsräte aufzunehmen, ist eben nicht vom KVG gefordert. Aber die Ortschaftsräte haben ein sogenanntes Anhörungsrecht, das ist richtig, Herr Dr. Zenker.

    Und dieses Anhörungsrecht nehme ich ernst und bin auch bei Ihnen gewesen und auf meine Initiative hin haben wir tatsächlich das mal zusammengefasst und die Ortschaftsräte zu einem zentralen Termin hier ins Rathaus gebeten. Und tatsächlich können wir nicht auf jede Haushaltsstelle reagieren, das stimmt, aber dafür haben wir mit den Ortschaftsräten ein Deal gewissermaßen abgeschlossen, dass wir die Fragen, die da gerade aktuell sind im Haushalt, dass wir die vorher kriegen, damit wir auch die Leute rankriegen, die dazu Auskunft geben können.

    Das hat bei der letzten zentralen Sitzung nicht hundertprozentig geklappt und deswegen haben wir sogar noch schriftlich hinterher die offenen Fragen auch beantwortet. Ich denke, das Anhörungsrecht nach KVG, wie Frau Kuhle das skizziert hat, dem ist damit genügt und der ganze Haushalt gehört eben nicht in die Beratungsfolge der einzelnen Gremien. Danke.



  • Herr Zenker, wenn die Oberbürgermeisterin uns vertritt, dann vertritt sie auch die ganze Stadt. Und ich habe in meinem jugendlichen Leichtsinn immer davon ausgegangen, der Ortsbürgermeister hier für den Ort erscheint, dass er dann auch die Ortschaftsräte und seine Ortschaft vertritt. Wenn das nicht so ist, dann habe ich da ein verkehrtes Verständnis für. Das zum einen.

    Zum anderen, die Anhörungsmöglichkeit ist doch da. Ich verstehe echt nicht wirklich das Problem. Ich verstehe echt wirklich nicht das Problem, weil die Ortschaftsräte befassen sich doch mit dem Haushalt. Oder sehe ich das verkehrt? Aber wir haben doch nicht als Stadt immer nur eine Bringschuld, sondern man hat doch auch eine Holschuld. Das ist doch so. Wenn mich etwas interessiert, das wurde schon mal gesagt, wenn mich etwas interessiert, dann frage ich danach. Und so wie ich Herrn den Beigeordneten Kroll verstanden habe, ist das auch schon passiert. Und dann ist man da ins Gespräch gekommen.

    Der Antrag an sich, den Änderungsantrag, finde ich persönlich unschädlich. Sagen wir es jetzt mal so. Aber dass da eine objektive Notwendigkeit besteht, das sehe ich jetzt wieder nicht so. Und von daher warte ich die Diskussion jetzt noch angeregt ab. Also ich frage mich wirklich, ob man jetzt in dieser Art und Weise vorgehen muss. Ich habe mir da noch keine abschließende Meinung zu gebildet.



  • Mir ist das Verfahren in den Ortschaftsräten nicht so bekannt, wie da bisher mit dem Haushalt umgegangen ist. So richtig verstehe ich den Dissens eigentlich gar nicht. Ich hätte es für eine Selbstverständlichkeit gehalten, dass der Haushalt in Ortschaftsräten beraten wird, soweit es sie angeht. Also klar, dass der Ortschaftsrat von Beyendorf-Sohlen jetzt nicht über Dinge am Neustädter See reden will, das setze ich einfach mal voraus. Aber die Dinge, die natürlich bei Nordsuhl mit treffen, die kann man da sehr gut diskutieren.

    Und das ist dann auch nicht nur eine Sache des Ortsbürgermeisters, sondern natürlich des Rates, so wie er da sitzt. Und dann macht es Sinn, das in einer Sitzung als Termin aufzurufen. Dieser Zentraltermin, weiß ich nicht, ob euch das weiterhilft. Aber das muss doch passieren. Insofern bin ich für den Antrag in der geänderten Form.



  • Dr. Thomas Wiebe SPD/Tierschutzallianz/Volt

    Wir haben das im Finanzausschuss auch schon diskutiert und die Mehrheit hat sich dann erstmal der juristischen Bewertung angeschlossen, dass es also kein Anhörungsrecht oder kein Beteiligungsrecht in dem Sinne in der Beratungsfolge offensichtlich geben kann.

    Ich hatte schon dort angeregt, dass man eine Protokollnotiz macht, in dem die Anhörung der Ortschaftsräte, die natürlich ein wichtiges Gremium sind innerhalb unserer Stadt, dass man die entsprechend beteiligt, indem man zum Beispiel, wie Herr Koll das auch schon gesagt hat, eine Anhörung aller Ortschaftsräte macht, eine Unterrichtung oder wie man das jetzt nennt oder aufzieht, egal. Das hatte ich, wie gesagt, dort schon angeregt.

    Die Linken waren so freundlich, haben das jetzt nochmal übernommen und haben das nochmal in einen ordentlichen Antrag gebracht. Danke dafür. Und wir werden deshalb natürlich diesem Änderungsantrag können wir dann also auch zustimmen und vielleicht können wir dann auch unseren eigenen Ortschaftsbürgermeister, Nico Zenker, damit befriedigen.



  • Ich weiß gar nicht, um was wir hier reden eigentlich. Also es war wirklich so in der Vergangenheit, da kann ich mich gut daran erinnern, wo ich noch im Finanzausschuss war und der Zimmermann noch beiordnend da war, war das grundsätzlich so bei der Haushaltsdebatte, dass die Ortschaftsbeiräte oder der Bürgermeister, der dann anwesend war, dazu was gesagt hat, ob ihm das gepasst hat oder nicht.

    Jetzt ist der Beigeordnete Kroll da und er hat ja eben gesagt, der Beigeordnete von Finanzen, genau wie es läuft und hat doch eben auch nochmal bestätigt, es gibt ein Deal und daher verstehe ich die ganze Diskussion hier gar nicht.

    Und ja, wenn man sich dann hinstellt und sagt, wir werden unseren Ortsbürgermeister erstmal unterstützen, also die SPD unterstützt den SPD-Bürgermeister, also dann sieht man doch schon, was hier für Geschäfte gemacht werden in meinen Augen, also das finde ich eine Katastrophe. Hier geht es doch um die Sache und nicht um die einzelne Sache, was ich für ein Parteibuch habe oder sonst irgendwas. Also da geht mir schon wieder der Hut hoch. Also weiß ich nicht, um was wir hier diskutieren.



  • Dr. Niko Zenker SPD/Tierschutzallianz/Volt Ortschaftsrat Beyendorf-Sohlen

    Da muss ich mich leider doch nochmal melden. Herr Zander, ich erkläre Ihnen, worüber wir reden. Wir reden ja darüber, dass ein demokratisch gewähltes Gremium auch einbezogen wird in demokratische Strukturen. Das ist ähnlich wie wenn es einen Finanzausschuss gibt, der nicht einbezogen werden würde oder der Kulturausschuss Carola Schumann würde nicht einbezogen werden. So haben wir jetzt den Ortschaftsrat. Das wird ein bisschen anders gewählt als ein Ausschuss, aber der muss entsprechend auch mit einbezogen werden.

    Und Herr Sander, nur weil das Herr Dr. Wiebe so flapsig gesagt hat und wir nicht seine Ironie verstanden haben. Ich bin zwar SPD-Stadtrat in der SPD-Tierschutzallianz-Volt-Fraktion, aber ich bin nicht SPD-Ortsbürgermeister. Ich bin Ortsbürgermeister von beiden noch Sohlen. Das mögen Sie auch als dann halten. Das ist wichtig und Sie zeigen damit, was Sie gerade auch eingeworfen haben, dass es alles eine Fraktion ist, zeigen damit auch keinen Respekt gegenüber dem Ortschaftsrat. Da möchte ich Sie bitten, das zu unterlassen.



  • Das muss ich mir ja nicht sagen lassen von einem SPD-Mitglied, der sich hier hinstellt und sagt, ich bin SPD-Stadtrat, aber ich bin kein Bürgermeister. Sie sind ja schon wie Herr Canehl. Canehl war immer hier, ich bin vom ADFC für Radwege und kein Stadtrat. Aber das kann man so sehen.

    Wir haben für Beyendorf-Sohlen genug schon unternommen und Anträge geschrieben, die wir durchgesetzt haben, die damals gewisse Abgeordnete in Beyendorf-Sohlen gar nicht wollten. Aber wir wollen das mal nicht ausklamüsern hier, sonst kann ich ja noch Namen nennen, wenn Sie das möchten. Ich bin lange genug dabei und es ist so, hier geht es darum, doch mal voranzukommen, nicht noch unnötig Arbeit an uns ranholen. Und wenn der Beigeordnete sagt, wir haben einen Deal, wir haben was verabredet, Sie wären gehört, damit ist das für mich erledigt.



  • Es ist ja immer schön, dass wir so viel über Geld reden heute, das machen wir ja sonst so selten. Damals, als das Sondervermögen so just auf seinem Weg war und da möchte ich gleich ein Gegenargument begegnen, zu sagen, naja, die Oberbürgermeisterin hat es auch schon angekündigt, das werden wir alles machen mit einer Prioritätenliste. Das habe ich sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass der Fall sein wird. Das war aber bevor die Ankündigung kam.

    Ich habe für mich einfach das nochmal als notwendig erachtet, dass wir als Rat darüber aber einen Beschluss erfassen werden, dass wir diese Liste auch haben werden, weil es am Ende natürlich eine Heidenmenge an Geld ist. Wir reden über 128 Millionen Euro, die wir bis 2036 zur Verfügung haben und die Frage ist, wo werden wir das hinausgeben? Wird es nur in die Straßeninfrastruktur geben? Werden wir uns vielleicht auch einigen können über einen Verteilschlüssel, wie wir einzelne Bereiche, die das Sondervermögensgesetz ja auch explizit aufführt, das ist ja nicht nur Straßeninfrastruktur, da ist ja auch Bildung möglich, Pflege- und Betreuungseinrichtungen etc. pp. Ob wir da vielleicht andere Wege finden?

    Und genau deswegen erachte ich das als notwendig, dass wir eine solche Prioritätenliste auch mit Beschluss uns erbitten, damit wir auch die weiterführende Diskussion über die Verwendung dieser zusätzlichen Mittel.



  • Marcel Guderjahn Gartenpartei

    Ich möchte gerne einen dritten Punkt einführen, weil die Bürger fragen sich natürlich auch, was machen wir mit so viel Geld und da könnte man noch was Schönes draus machen und zwar für die Sanierung Alt-Westerhüsen-Straße, Alt-Salbke und Alt-Westerhüsen.

    Ich kann immer wieder nur betonen und kommen Sie gerne mal in die Perlenkette von Magdeburg runtergefahren oder runtergeholpert, wie auch immer, und da wären auch Bruchteile von diesen über 100 Millionen schon sehr sinnvoll. Die Stadtverwaltung ist bemüht, kleine bis mittlere Schlaglöcher zuzumachen, aber sie fahren einmal die Straße hoch, einmal runter und zack mit den großen 40-Tonnern, die da jeden Tag sozusagen reinfahren und in Magdeburg einkehren und mit Lidl/Netto/Aldi alles versorgt wird, sind die wieder ruckzuck platt gefahren, die Schlaglöcher.

    Demzufolge seien sie doch so nett und stimmen sie unseren Antrag mit dem Punkt 3 zu.



  • Ihr Anliegen ist völlig berechtigt. Sie wollen natürlich wissen, wo die 128 Millionen reingehen und wie wir das finanziell organisieren. Ich halte nichts davon, daraus eine Drucksache zu machen. Sie kriegen die Prioritätenliste, das habe ich immer zugesichert, aber daraus eine Drucksache zu machen würde bedeuten, dass wir das versteinern und damit keine Beweglichkeit mehr erzeugen können und vor allem die Schnelligkeit geht verloren. Denn es kann immer noch Dinge geben, die wir jetzt gar nicht kennen.

    Also ich kenne jetzt aktuell keine, ich habe nichts im Hinterkopf, aber wir reden über einen Zeitraum bis 2042, den ich nicht und die Oberbürgermeisterin auch nicht und meine beigeordneten Kollegen auch nicht ausschöpfen wollen, sondern wir wollen natürlich relativ schnell sein mit dem blöden volkswirtschaftlichen Effekt, dass wir in eine Hochpreisphase rein rasseln, aber dringende Maßnahmen sind halt zu machen.

    Was mein Hauptargument ist, Sie sollen das wissen, auf jeden Fall, die Liste soll es geben, aber aus meiner Sicht keine Drucksache, weil wir uns damit dieser Beweglichkeit entäußern und das kann auch nicht in Ihrem Interesse sein und letztlich möchte ich auch noch mal einordnen, worum es hier eigentlich geht. Es geht nicht darum, dass Investitionen nicht stattfinden oder dergleichen, sondern es geht hier darum, dass wir Investitionen beschleunigt auf den Weg bringen können, denn die Mittel sind in Wahrheit so gering, dass wir letztlich damit eigentlich eine Kofinanzierung der sowieso notwendigen Investitionen vornehmen.

    Wir ersetzen damit gar nichts und wir müssten das Dreifache, Vierfache bekommen, dann wäre es vielleicht ganz schlau, einen Abarbeitungsplan sozusagen zu erstellen, weil dann auch Dinge in den Blick kämen, die vielleicht auf den ersten Blick nicht notwendig sind, aber auf den zweiten oder dritten Blick, also in drei, vier Jahren, angeschoben werden könnten. Davon sind wir aber weit entfernt. Vielen Dank, ergänzen möchte die Obermeisterin.



  • Simone Borris Oberbürgermeisterin

    Es sind Maßnahmen, die wir sowieso schon mit Beschlusslage durch Sie auf der Planung haben, die wir mit diesem Geld umsetzen wollen, und es ist nicht viel Geld. Es sind nicht die hundert Millionen, wenn Sie die Brückensanierung sehen, dann ist nicht mehr viel über und es wird eingesetzt für die Maßnahmen, die wir ohnehin auf der Agenda haben.

    Das ist das, was die Liste beinhaltet, die es im Übrigen auch schon gibt und wir die morgen schlussendlich abstimmen werden.



  • Ich wollte eigentlich gerne den Beigeordneten beruhigend sagen, da steht ja auch kein Wort drin im Beschluss von, wir wollen eine Drucksache haben, da steht ja mit Absicht das Wort Prioritätenliste, das kann ja auch eine Information sein.

    Nicht zuletzt finde ich, dass es dennoch wichtig ist zu diskutieren, eben weil wir ja auch in den vergangenen Jahren beispielsweise auch bei der Zustimmung des letztjährigen Haushalts Bauprojekte wieder rausgenommen haben aus verschiedenen Gründen. Ich erinnere zum Beispiel an die Kita im Norden von Magdeburg, einfach um zu sehen, auch in welchem Größenverhältnis wir unsere Ausgaben verteilen.

    Mir ist bewusst, dass es nicht hinlänglich reichen wird, um alle Investitionsbedarfe zu melden. Da wäre die spannende Frage, wie hoch ist denn eigentlich der Gesamtinvestitionsbedarf in die städtische Infrastruktur? Können wir den eigentlich beziffern, weil das wäre ja auch eine sehr wichtige Information vor dem Hintergrund, dass wir da jetzt auch Gelder in nicht unrelevanter Größenordnung irgendwo einsetzen.



  • Simone Borris Oberbürgermeisterin

    Herr Kroll, weil wir können es nicht beziffern, es kommt ja immer wieder was Neues dazu, wo wir investieren müssen oder Instandhaltungsmaßnahmen umsetzen müssen, die größere Beträge erfordern, wie jetzt zum Beispiel Elbeschwimmhalle. Also kann man es im Grunde nicht beziffern.

    Wir können das vielleicht auf ein, zwei, drei Jahre benennen, was jetzt in der Planung ist, das wissen Sie. Aber was insgesamt notwendig sein würde, um die Infrastruktur auf einen aktuellen Stand zu bringen, das glaube ich kann man nicht sagen. Herr Kroll wird das sicherlich bestätigen, dass ich recht habe.



  • Madeleine Linke GRÜNE/future!

    Ja, bis zum Umbau der Kritzmannstraße war die Geschwindigkeit für den Autoverkehr auf Tempo 30 begrenzt gewesen. Mit der Freigabe wurde die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 50 angehoben. Die Geschwindigkeitserhöhung wurde vom ADFC sowie Anwohnerinnen und lokalen Kinderbetreuungseinrichtungen erheblich kritisiert.

    Wir beantragen jetzt, dass bei der oberen Straßenverkehrsbehörde gemäß Artikel 45 Absatz 1 J StVO ein Antrag auf Anordnung von Tempo 30 auf der Kritzmannstraße zu stellen ist. Sollte dieser Antrag von der Straßenverkehrsbehörde abgelehnt werden, ist Widerspruch einzulegen, um eine gerichtliche ermessensfehlerfreie Entscheidung zum Sachverhalt herbeizuführen.

    Aber warum das Ganze? In der Kritzmannstraße wurde eine 3,75 Meter breite Fahrbahn mit 1,5 Meter Schutzstreifen gebaut. Für Kfz bleiben 2,25 Meter, was zu einem faktischen, oft missachteten Überholverbot führt. Fachlich wird diese Aufteilung übrigens schon lange nicht mehr empfohlen und auch in verschiedenen Kreisen der Stadtplanung und vor allem Verkehrsplanung diskutiert. In Magdeburg sieht man sich weiterhin nicht in der Pflicht, was aus einer Stellungnahme der Verwaltung hervorgeht.

    Das ist die Stellungnahme 0575 aus 25. Hier heißt es, keine Gefahrenlage. Die Verwaltung sieht keine rechtlichen Grundlagen für Maßnahmen nach Artikel 45 StVO, da die Straßenraumgestaltung im Planfeststellungsverfahrensbeschluss verbindlich festgelegt ist. Außerdem Einigung zur Fahrbahnbreite. Nach Diskussionen über schmalere Varianten stimmte die Gemeinde 2015 final einem Vorschlag des Landesverwaltungsamtes für 3,75 Meter breite Richtungsfahrbahnen zu, die einen 1,5 Meter breiten Radschutzstreifen beinhalten. Und der dritte Punkt in der Stellungnahme, fehlende Basis für Tempolimit. Da es seit 2022 keine geschwindigkeitsbedingten Unfälle gab, fehlen die verkehrsrechtlichen Begründungen, um eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu beantragen.

    Das überzeugt uns nach wie vor nicht. Und auch nicht die zahlreichen Kitas, Schulen und EinwohnerInnen vor Ort. Verkehrsrechtliche Anordnungen sind Dauerverwaltungsakte. Die Behörde muss sie fortlaufend auf Rechtmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit prüfen und an geänderte rechtliche oder tatsächliche Verhältnisse anpassen. Die gewählte Aufteilung, die nach Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen, RAS 2006, gerade noch so abgedeckt ist, provoziert systembedingt gefährliche Überholmanöver und war ein verkehrsplanerischer Fehler. Wir fragen uns, warum kann man sich das nicht eingestehen?

    Wenn Infrastruktur Regelverstöße fördert, liegt Prüfbedarf für eine Gefahrenlage nach Artikel 45 Absatz 9 StVO vor. Auf Unfälle zu warten, was übrigens ein Blutzoll-Argument ist, ist rechtlich falsch. Zur Abwehr von Gefahren für Leib und Leben ist nach dem allgemeinen Grundsätzen der Gefahrenabwehrrecht ein behördliches Einschreiten bereits bei geringer Wahrscheinlichkeit des Schadenseintritts zulässig und geboten. Eine an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit wird nach Artikel 45 Absatz 9 Satz 2 nicht gefordert. Wenn eine Verkehrsanlage nicht den aktuellen Anforderungen an Sicherheit und Ordnung entspricht, müssen verkehrssichere Bedingungen geschaffen werden.

    Die besonderen örtlichen Verhältnisse, und ich erwähne nochmal die Kitas und Schulen, es ist etwas Neugebautes, begründen hier eine hinreichende Wahrscheinlichkeit eines Schadeneintritts und rechtfertigen Maßnahmen, wie man sie zum Beispiel auch in Heidelberg sieht. In diesem Zusammenhang sei auch an das oberste Ziel der Verkehrssicherheit, das übrigens auch Landesrecht ist, und die Verwaltungsvorschrift zur StVO, zu Artikel 1 StVO, Vision Zero, null Verkehrstote, erinnert. Ich bitte um Zustimmung zum Antrag.



  • Ja, das ist ein wunderschöner Antrag, muss ich sagen, den wir ja vorwärts gebracht hatten damals, der leider dann beschlossen wurde und dann auf einmal ein Einspruch vom Straßenverkehrsamt kam, dass es nicht möglich ist. Wo ich mich wundere, ist immer so in der Stellungnahme. In der Stellungnahme steht ja ein gemeinsamer Fuß- und Radweg. Und was wir gebaut haben im Neustädter Feld, ist kein gemeinsamer Fuß- und Radweg, Herr Rehbaum. Wir haben einen Fußweg, dann kommt die Bordsteinkante und dann kommt mitten auf der Fahrbahn ein Radweg. Also das ist kein gemeinsamer Weg für mich.

    Ich glaube auch, wir werden ja noch, wir werden mal gucken, was wir in den 90er Grünen machen, da noch weitergehen, weil ich glaube, da kommen wir nicht mit durch. Das Planfeststellungsamt wurde ja festgestellt, gemeinsam. Das heißt, kein Abort, sondern auf dem Fußweg wird Fahrrad gefahren und zu Fuß gegangen und nicht, dass auf der Straße was abgeklebt wird oder gemacht wird. Wir haben das ja demonstriert, dass das so nicht funktioniert, dass die Kinder Angst haben, dort Fahrrad zu fahren zur Schule, weil es gar nicht möglich ist, wenn da ein Auto kommt oder sonst was.

    Und ja, im Neustädter Feld, in der Kritzmannstraße haben wir leider nur Schulen. Kindergarten wird es in Zukunft keinen mehr geben dort, die sind etwas weiter weg. Aber es geht ja hauptsächlich um die Erstklässler und die Zweiten. Das ist so, dass man auch sicher Fahrrad fahren kann und auch die Rentner, die mich ja nicht fragen haben, im Feld, weil das gar nicht zumutbar ist, dort zu fahren, wenn Autos kommen. Also da muss was gemacht werden und da stehen wir auch zu und wir sollten das nochmal ändern.

    Und ich kann mich da nur wiederholen, ich war auf jeder Bürgerversammlung und damals wurde immer gesagt, ja, die Straßenbahn fährt 30, was ja nicht ist. Es ist ja schon aufgehoben, jetzt fahren wir 50 dann. Ich glaube, es wird erst verschärft, wenn die Nord-Süd-Verbindung 30 fertig ist und wir fahren mit der Straßenbahn gemeinsam durchs Feld, dann wird man das noch viel mehr sehen, dass das so nicht funktioniert mit dem Radweg. Darum bitten wir natürlich um Zustimmung in diesem Antrag.



  • Herr Zander hat es gerade eben schon erwähnt. Wir hatten genau diese Fragestellung schon einmal. Es wurde schon einmal abgelehnt. Für mich war oder ist immer eines der Hauptargumente, dass wir tatsächlich bereits in den Fördermitteln, die wir dafür bekommen haben, für das separate Gleis vorgeschrieben bekommen haben, dass dort mit einer Separierung des Gleises Tempo 50 für die Straßenbahn angeordnet ist und damit zeitgleich, und da meine ich jetzt nicht nur das Stück im Neustädter Feld, sondern den kompletten Bereich, den Birkenweiler runter bis in den Kannenstieg, bis zur Endhaltestelle, der komplette Bereich, der vorher eigentlich immer Tempo 30 war, jetzt Tempo 50 ist.

    Die MVB hat das relativ lange so kommuniziert, dass das natürlich Tempo 30 bleibt. Das Tiefbauamt hat immer gesagt, nee, in den Fördermittelbestimmungen steht Tempo 50 für die Straßenbahn, damit Tempo 50 für die Hauptverkehrsstraße. Punkt. Warum da immer so lange daran festgehalten wurde, ob auch diese Parallel-Erzählungen da waren, das verstehe ich bis heute selber auch nicht. Ich hätte auch lieber, auch im Karnstieg, ein Tempo 30 für den Bereich, weiteres genauso wie im Neustädter Feld mit den Fahrradwegen, dort einfach relativ schmal ist und damit für mich irgendwo eine gewisse Art und Weise der Gefährlichkeit birgt.

    Nichtsdestotrotz, wenn wir da Tempo 30 anordnen, da irgendeinen Kniff mitkriegen, kriegen wir, mein Kenntnisstand, Probleme mit den Fördermitteln. Am Ende landen wir dann dabei, dass wir da in irgendeinen Rechtsstreit reinkommen, Millionen zurückzahlen müssen und dann noch vielleicht zusätzlich, wenn die Straßenbahn auf dem Bereich vom Stadtblick bis zur Endhaltestelle Karnstieg jetzt nur 30 fahren dürfte, weil es angeordnet ist, weil man kann nicht das eine wollen und das andere dann lassen, dann brauchen wir für die Strecke definitiv nochmal eine zusätzliche Straßenbahn, dann verändern sich Taktzeiten und so weiter und so fort. Das hat also noch einen deutlich höheren Kosteneffekt als die möglicherweise wegfallenden Fördermittel.

    Das sind alles so Fragen, die wurden für mich bis heute nie geklärt, die stehen immer noch so im Raum. Deswegen ist das nicht so trivial, wie das jetzt hier dargestellt wird. Frag doch einfach mal nach, wenn Widerspruch da ist, geht ebenfalls in den Widerspruch und wir klagen das jetzt einfach mal durch, bis wir nicht mehr weiterkommen. Diese Fragen stehen für mich immer noch im Mittelpunkt und es wurde nie abschließend geklärt. Ist das jetzt immer noch so? Das steht leider auch nicht in der Stellungnahme und damit ist für mich diese Frage oder dieser Antrag momentan einfach Schaufenster beziehungsweise Nonsens, weil die Sachlage hat sich nicht geändert. Null. Seit den letzten Anträgen und seit den Diskussionen, die wir über Jahre das für ein Thema hatten.



  • Das Tempo 30 da oben ist ja eigentlich dringend nötig. Nun sehe ich das Argument, was Herr Kollege Rohne gebracht hat, schon. Ich hätte aber mal so eine Frage abseits davon. Tempo-30-Anordnung würde ja auch bedingen, dass es irgendjemanden gibt, der es da oben kontrolliert. Und ich ahne fast, dass es dann auch keiner auf Einhaltung so ordentlich kontrollieren würde, weil sonst wird es ja andernorts oder an anderen Stellen in der Stadt auch praktiziert werden.

    Aber ich kenne das noch aus dem ländlichen Raum. Es gibt doch diese Schilder für freiwillig Tempo 30. Und ich bin mir jetzt nicht über die volle Breite der Kritzmannstraße gerade bewusst, aber gibt es nicht die Möglichkeit, vielleicht niedrigschwellig diese freiwillig Tempo-30-Schilder hinzustellen, die ja lediglich auf Freiwilligkeit drängen, als Hinweis zu sagen, naja, dann passiert wenigstens mal was in der Richtung da oben.



  • Da möchte ich doch mal was zu sagen, was ich jetzt so gehört habe. Wir reden ja nur über die Kritzmannstraße. Wir möchten nur, der Antrag sagt das ja auch aus. Und ja, stimmen Sie bitte zu, dass wir wirklich mal bis zuletzt jetzt durchklagen und wirklich mal stark machen dafür, für die Kinder im Neustädter Feld, in der Kritzmannstraße, um zu sehen, was kommt wirklich raus. Und nicht einfach jetzt wieder sagen, geht nicht, geht nicht, das hören wir an ganz vielen Stellen.

    Jetzt wollen wir doch mal wissen, was wirklich ist. Wir haben ja noch Zeit. Vor 28, ich persönlich glaube ja sowieso nicht dran, aber vor 30 fährt ja keine Straßenbahn. Bis dahin haben wir noch Zeit, das zu klären.



  • Ja, ich möchte auf das antworten, was Herr Zander gerade auch eben nochmal eingebracht hat, nämlich die Frage, was hat die Gemeinde mal gefordert. Das haben wir den ersten Satz vorgelesen aus unserer Stellungnahme.

    Was Sie aber nicht vorgelesen haben, ist, dass die Verwaltung ergänzt nach Stellungnahme vom 17. Dezember sich aus verkehrsplanerischer Sicht dem Alternativvorschlag des Landesverwaltungsamtes angeschlossen hat. Das heißt nichts anderes, als dass die Oberstraßenverkehrsbehörde gewagt hat, nein, dieser Vorschlag, der ursprünglich im Raum war, den können wir so nicht umsetzen.

    Natürlich können wir das nochmal weiterführen, wenn wir das hier so beschließen. Wir müssen das dann weiterführen auf dem Klageweg, wenn das hier so beschlossen wird. Aber die Auffassung der oberen Verkehrsbehörde ist an der Stelle schon klar festgelegt worden.

    Und ja, es ist letztendlich die gesamte 2. Nord-Süd-Verbindung. Denn wer gibt mir denn die Sicherheit, dass wenn es für einen Abschnitt Kritzmannstraße anders geregelt ist und da Tempo 30 ist, dass die anderen dann nicht auch eine solche Tempo-30-Situation haben wollen. Und dann würde es dazu führen, dass wir eine Verlangsamung des ÖPNVs haben und das wiederum würde bedeuten, dass wir das Förderziel nicht erreicht haben. Förderziel nicht erreichen heißt über den Daumen gepeilt 120 Millionen zurückzahlen. Dessen müssen wir uns bewusst sein.



  • Madeleine Linke GRÜNE/future!

    Vielleicht kann man noch mal kurz das Bild anwerfen. Ich hatte eigentlich auch ein Video, das ist leider nicht abspielbar, aber ein Bild haben wir nur, damit wir alle noch mal wissen, worüber wir reden, die Kritzmannstraße.

    Also zuerst einmal möchte ich kritisieren, die Stellungnahme beinhaltet keine Stellungnahme der MVB oder des ÖPNV-Trägers. Das würde ich erst mal kritisieren, weil wenn jetzt hier ganz viele Argumente aufgeführt werden aus dem ÖPNV, richtig wissen tun wir es nicht. In meinen Augen ist das ein gesonderter Gleiskörper. Das betrachtet es nochmal anders, aber wir wissen es nicht, weil wir keine Stellungnahme der MVB haben. Und auch in der Stellungnahme auf ÖPNV nicht eingegangen wird.

    Ich bin der Überzeugung, Sie sind es ja da eingekreist, hier ist ein eigenständiger Gleiskörper und demnach kann man auch eine andere Regelgeschwindigkeit anordnen als auf der Straße. Das ist meiner Erkenntnis nach möglich, wissen tun wir es nicht.

    Auf der anderen Seite, was ich auch noch ansprechen wollte, bisher wurde aufgeführt und auch in der Stellungnahme sozusagen die Stellungnahme der oberen Verkehrsbehörde. Was wir aber noch nicht haben, ist ein Bescheid. Eine Stellungnahme ist schön und gut, was wir brauchen ist ein Bescheid. Deswegen beinhaltet unser Antrag zum einen, dass wir einen Antrag schreiben bei der oberen Verkehrsbehörde, was wir übrigens beim letzten Antrag nicht gemacht haben, weil da gab es die STVO-Novelle so noch gar nicht. Sondern jetzt geht es wirklich darum, dass wir als Kommune einen Antrag stellen, bitte führt da Tempo 30 wieder ein.

    So, wenn die das nicht wollen, wenn die obere Verkehrsbehörde das wirklich nicht wollen, weil irgendwelche Sachen vorliegen, dann bekommen wir nämlich nicht eine Stellungnahme, sondern einen offiziellen Bescheid. Etwas, was wir dann auch, und das ist der zweite Teil des Antrags, rechtlich einmal durchklagen können, damit wir einfach mal in dieser Stadt Sicherheit bekommen. Weil bis jetzt wird, ist mein Gefühl, in der Mensa irgendwie so ein bisschen zwischen unterer und oberer Verkehrsbehörde gequatscht und dann so, ja, nee, da oben ist es ungefähr so. Ich will einen richtigen, rechtsbündlichen Bescheid haben. Punkt. Damit man das auch rechtlich klären kann.

    Das ist die neue Novellierung der STVO. Das ist jetzt unser Recht als Kommune. Da haben wir mal mehr Recht bekommen. Mehr Recht bringt natürlich auch mehr Verantwortung mit. Das möchte ich gerne einmal machen. Ich habe hier viel Zustimmung gehört, dass andere müssen wir klären, auch die MVB nochmal befragen. Man weiß es einfach zum jetzigen Punkt nicht. Lassen Sie uns bitte einmal diesen Weg gehen, dieses zweiteilige Verfahren. Vielen Dank.



  • Tobias Hartmann GRÜNE/future!

    Wir bewegen uns in den Nordwesten der Stadt zwischen Alt-Olvenstedt und dem Neubaugebiet südlich davon an dem St. Laurentiusweg. Dort wurden vor Jahren verschiedene Ausgleichsmaßnahmen im Sinne von Baumpflanzungen, Gehölzpflanzungen vorgenommen.

    Und hier hat sich über die Jahre ein eigenständiges entwickelndes Biotop oder ich sag mal Gehölzstruktur entwickelt, welche jetzt nach rechtlichen Regeln, nach Informationen der Verwaltung Untere Naturschutzbehörde auch die Voraussetzungen für einen Biotop bieten.

    Hieraus hat sich einmal aus einer Anfrage, die wir gestellt haben und aus einem vergangenen Antrag jetzt dieser Antrag entwickelt, dass wir gerne eine Beschilderung haben wollten für den Feldreihen Alt-Olvenstedt, wie er dann heißt oder wie er schon heißt, wenn diese Einstufung dann rechtsgültig ist. Zusätzlich gab es auch aus der Bevölkerung Hinweise aus Vermüllungen, weswegen dann auch Entsorgungsmöglichkeiten geschaffen werden sollen.

    Genau. Und natürlich, oder nicht unbedingt natürlich, aber die GWA Alt-Olvenstedt unterstützt ausdrücklich unseren Antrag. Deswegen bitte ich um Zustimmung. Vielen Dank.



  • Madeleine Linke GRÜNE/future!

    Ja, auch ich hole sie ab. Wir sind im Stadtteil Stadtfeld Ost, die Liebknechtstraße. Und wir sind in einer Situation, in der, wir wissen es alle, Behelfsbrücken, Ersatzneubauten und so weiter viele Menschen eine Umleitung fahren, sage ich jetzt mal, und die Liebknechtstraße wirklich erheblich belastet ist.

    Wir haben natürlich auch einen Ziel- und Suchverkehr oder auch Elterntaxi-Verkehr sozusagen zu der Grundschule, die dort ist, die neue Grundschule sozusagen am Westring, Dankeschön, die auch eine Sporthalle hat und die Herrmann-Gisela-Halle befindet sich auch dort. Und vielleicht erinnern Sie sich, es gab so einen kleinen Skandal, nenne ich es jetzt mal, in Bezug auf die Verkehrshelfer und deren Kelleneinsatz und sowas. Kurzum, dort müssen jeden Morgen Verkehrshelfer stehen und überhaupt die SchülerInnen über die Straße, über die Liebknechtstraße schaffen, weil anders kommen sie da gar nicht sicher rüber. Denn die Verkehrsbelastung ist erheblich.

    Nun, unser Antrag bezieht sich jetzt darauf, um das auch nochmal klarzustellen, da geht es nicht darum, eine langfristige, große Lichtsignalanlage umgangssprachlich Ampel zu bauen, nein, es geht darum, für die Dauer der Bauarbeiten, und damit meine ich die Ringbauarbeiten, eine temporäre Bedarfsampel, ich nenne sie jetzt mal Baustellenampel, über die Liebknechtstraße auf Höhe der Klärungshilfe Wilhelm-Kobelt-Straße einzurichten, beziehungsweise der Änderungsantrag sieht das vor, ein bisschen weiter sozusagen in Richtung Stadtmitte, also beim Naturata, sage ich jetzt mal, auf der Höhe diese Bedarfsampel oder Baustellenampel einzurichten.

    Wir haben es so, die Schule habe ich ja schon gerade gehört, wie sie heißt, auf der Seite der Straßenseite sind relativ wenig Häuser, sondern die meisten Häuser und die meisten SchülerInnen kommen tatsächlich aus, sage ich mal, dem Bereich Shelley und müssen diese große Straße queren. Ja, ich weiß, es gibt die Kreuzung Liebknechtstraße und Europaring, Westring, Westring ist da, die ist da natürlich, aber jetzt, wenn man den Änderungsantrag nimmt, ist das ja tatsächlich beachtlicher Abstand dazu und die Schüler nutzen einfach auch die große Ampel sozusagen nicht, zu großen Teilen nicht, sondern wie gesagt, es war nicht umsonst diese Verkehrsinsel da und die Verkehrshelfer, weil eben die Schüler da rüber gehen.

    Nun ist es eben der Wunsch der Schulleitung, aber auch vieler SchülerInnen und Eltern jetzt hier eben für diese Zeit der Baustelle dort eine Baustellenampel zu bekommen, deswegen der Antrag und wir bitten um Zustimmung eben für die Kinder und für die erhöhte Verkehrssicherheit an dieser Stelle. Vielen Dank.



  • Für den Änderungsantrag. Also wir sehen die Problemlage dort genauso, dass die Schülerinnen und Schüler der Grundschule am Westringen einen sicheren Zugang zur Schule bekommen für die Bauphase.

    Allerdings sehen wir den Vorschlag der Grünen doch ziemlich nah an der Ampel, die schon in der Kreuzung da ist, sondern schlagen ein zentraler Ort zwischen beiden Ampeln in der Liebknechtstraße vor, wo auch die Kinder direkt aus dem Wohngebiet darauf zukommen können.

    Deshalb der Änderungsantrag, diese Bedarfsampel an der Winkelmannstraße zu errichten. Und ich hoffe auf Zustimmung für die Kinder, die die Grundschule am Westringen besuchen.



  • Ich fahre jetzt, seit die Brücken zu sind, jeden Tag da dran vorbei. Ich nutze diese Strecke, es ist zwar keine offizielle Umleitungsstrecke, aber ich nutze sie. Von der Ampelkreuzung, wo die Autowäsche ist, bis zur Querungshilfe sind es ungefähr 80 Meter. Können Sie gerne mal bei Google gucken. Es sind 80 laufende Meter, die die Kinder im Prinzip weiterlaufen müssten, um sicher über die Kreuzung zu kommen. Es sind dort aber auch Schülerlotsen, Eltern, die im Prinzip dafür sorgen, dass die Kinder sicher über die Straße kommen. Und ich muss auch feststellen, dass die Verkehrsteilnehmer, vorrangig die Autofahrer, sich sehr, sehr diszipliniert in diesem Bereich nehmen. Ich habe dort nicht eine kritische Situation gesehen.

    Und spätestens, wenn wir, eigentlich wollten wir ja schon Ende März, jetzt verschiebt sich das etwas in den April hinein, die Ersatzbrücke im Prinzip über die Halberstädter Straße haben, wird sich das Ganze dort wieder beruhigen. Also wir werden aus diesem Grunde diesen Änderungsantrag und den Antrag generell ablehnen. Wir haben viele, viele andere Stellen in der Schule, in der Stadt, die genauso kritisch sind, wo wir genauso noch eine zusätzliche Ampel stellen könnten. Wir werden sicher nochmal bald die Diskussion über die Agnetenstraße haben, wo es so eine ähnliche Situation gibt. Und dann schauen Sie sich einfach mal auf der B1 an, wer dort zu der Grundschule über die Straße muss. Da gibt es direkt eine Ampel. Aber was ist mit den Kindern, die im Prinzip in Richtung Osten über die Straße kommen? Da sind auch nur Querungshilfen da. Es ist sicher.

    Und das ist in gewisser Weise auch jetzt schon ein bisschen unübersichtlich, das gebe ich gerne zu. Aber das liegt jetzt zum Beispiel an Fahrradfahrern, die über die Fußgängerampel drüber weg brettern, die links und rechts fahren. Also da im Prinzip wirklich war auch als Autofahrer vorsichtig zu sein, dass da nichts passiert. Und jetzt wollen wir da noch eine zusätzliche Ampel machen und das Chaos dort auf der Liebknechtstraße noch perfekt. Also ich denke mal, mit ein bisschen Rücksichtnahme und §1 können wir darauf verzichten. Und selbst wenn wir heute den Beschluss fassen, denke ich mal, wird die Ampel vielleicht 14 Tage vorher stehen, bevor die Brücken fertig sind. Dann haben wir richtig was gekonnt und haben bestimmt nochmal, wir haben das ja bei dem Thema Schlein-Ufer durch, so eine Baustellenampel, die kostet uns dann mal locker mal so 15.000, 20.000 Euro. Danke.



  • Marcel Guderjahn Gartenpartei

    Ich bin schon sehr verwundert, Herr Jannack. Ich wusste jetzt gar nicht, dass Ihr neuer Stadtteil jetzt auch noch Stadtfeld ist. Sie kümmern sich schon kaum über die Sohlener Straße, Ecke Alt-Westerhüsen. Da hatten wir ja schon mal einen Antrag, der wurde hier perfekt abgelehnt.

    Ich bin da schon echt verwundert, wie das immer so ist, dass man hier Stadtfeld hier, Stadtfeld da, da hatten wir am Donnerstag noch die Schlaglöcher in Stadtfeld, die wollten wir dann zukippen oder beziehungsweise das schöne Pflaster da abschleifen. Ich finde das schon großartig.

    Lassen Sie mich doch einfach ausgehen, ich würde ja dafür stimmen, meine Fraktion stimmt leider dagegen wahrscheinlich, aber lassen Sie uns doch auch mal da Ampeln hinmachen, wo es auch wirklich sinnvoll ist. Was ist denn mit dem Schulweg in Westerhüsen? Ja, da kommen die Autos, die LKWs runter gebrettert von der Solner Straße, da interessiert das keine Sau von Ihnen. Ja, keinen. Aber da, wo drei Ampeln sind, links und rechts, da bauen wir in der Mitte noch eine. Perfekt, super.

    Sollten Sie mal drüber nachdenken, genauso wie wir das Thema hatten, Hohe-Fortestraße, da haben wir hier im Stadtrat beschlossen, dass wir da eine 30-Zone machen, da sind drei Grundschulen und ein Gymnasium in der Nähe. Ja, stimmen wir hier zu, die Stadt kassiert das, packt einfach mal so eine Info rein, von wegen, naja, machen wir nicht. Ja, und dann müssen wir mit solchen Anträgen, wie von den Grünen kommen, damit wir endlich mal auch aktiv werden und auch mal sagen, dann klagen wir das mal durch. Es kann doch nicht sein, dass wir warten, bis das erste Kind überfahren wird und dann kommen auf einmal über 30 Schilder hin. Das ist zu spät.



  • Anwohnerinnen und Anwohner sind nicht nur auf unsere Fraktion drauf zugekommen, ich glaube auch auf die Grünen und alle anderen Fraktionen zur Verkehrsproblematik der Bleckenburgstraße, wo ja der Schleichverkehr wirklich ein noch größeres Problem darstellt. Schleichverkehre sind für Anwohnerinnen und Anwohner wirklich nichts Schönes. Manche Stadtteile machen das auch immer wieder sporadisch durch, wo denn größere Autokolonnen durch Straßen, durch Nebenstraßen brettern.

    Und wir möchten gerne die Stadtverwaltung bitten zu prüfen, was alles möglich ist. Also dieses insbesondere ist ja auch nicht abschließend in dem Antrag, sondern lässt offen, wenn die Stadtverwaltung noch weitere spannende Vorschläge hat, was man machen kann. Und sie stellt ja selber fest, dass die zwar von uns vorgeschlagenen Maßnahmen nicht geeignet erscheinen, um die Verkehrssituation nachhaltig zu verbessern. Aber vielleicht hat ja die Stadtverwaltung noch andere Ideen, um die Situation in der Bleckenburgstraße nachhaltig zu verbessern.



  • Wenn man das eine tut, dann muss man das andere irgendwo dann auch schlucken. Wir haben im Prinzip uns selber eine Engstelle dort im Buckau geschaffen, nach allen Regeln der Kunst. Und ich hoffe, wir erinnern uns alle an diesen Antrag, wenn wir wieder darüber diskutieren, über den Abschnitt von der Budenbergstraße bis zum Teamplatz, das im Prinzip noch weiterzumachen.

    Ich glaube aber nicht, dass eine Verkehrsberuhigung unbedingt dort erforderlich ist, aus den einfachen Gründen, man kommt vom Regen unter die Traufe, es hilft einem einfach nichts. Man kann sich auch dann letztendlich da hinten in diesem Stau-Chaos, was wir da selber stadtplanerisch hervorgerufen haben, hinten anstellen. Es geht nicht anders. Und dann durch die Bleckenburgstraße, es bringt nichts, dann steht man im Prinzip vorne dann wieder an der Kreuzung und kommt nicht weiter.

    Da muss man einfach mal schauen, ob man vielleicht auch die Ampelschaltung mal ein bisschen cleverer macht, zum Beispiel vorne am Gewächshaus. Ich kann nach wie vor nicht verstehen, warum das eine Dreirichtungskreuzung ist, die alle drei Richtungen nacheinander freigibt. Warum man nicht, wenn im Prinzip vom Schleinufer die Leute geradeaus und links abbiegen, auch gleichzeitig im Prinzip die Ausrichtung Buckau kommt, rechts abbiegen können, das funktioniert auch nicht. Das macht das Chaos dort an der Stelle noch perfekt. Aber dieser Antrag hilft uns an der Stelle leider Gottes nicht.



  • Marcel Guderjahn Gartenpartei

    Okay, so, also folgende Situation zum Thema Bleckenburgstraße. Wenn man sich genau auskennen würde mit dem Stadtteil, wo man mal kandidiert hat als Stadtrat, dann sollte man wissen, dass es eine 30er-Zone ist, wenn man reinfährt in die Bleckenburgstraße. Und zwar ist das eine komplette große Zone. Genauso wie auf der anderen Seite von der Schönebecker Straße, wenn man die Budenbergstraße hochfährt oder in den Engpass reinfährt, das sind 30er-Zonen.

    Das Einzige, was nicht 30 ist, ist ja die Schönebecker Straße, aber die ist ja mittlerweile so schlecht befahrbar durch diese ganzen Schlaglöcher, kann ich immer wiederholen, denn die ganzen Ampeln. Ja, also gucken Sie sich bitte nochmal Ihre Bleckenburgstraße an, bis runter zur Fehrstraße oder auch bis hinten hin, einmal durch bis zum Pionierpark. Ja, es ist eine 30er-Zone. Sollte es keine 30er-Zone sein, dann müssten die Bilder auch bei Google beziehungsweise auch wieder so hergestellt werden, dass es da ein Schild hin muss.

    Zweitens haben wir mal gesagt, und da gebe ich Herrn Schuster hundertprozentig sogar recht, ja, wir haben genau auf diese Probleme hingewiesen. Wenn wir da mehrere hunderte Wohnungen bauen, dass wir den Bürgern sogar noch gesagt haben, wenn man von der Schönebeckerstraße runterfährt in die Bleckenburgstraße rein, was früher mal eine Einbahnstraße war, man konnte zwar reinfahren, aber nicht wieder rausfahren. Wollten wir eigentlich mal herstellen, auch neue Blumenrabatten und, und, und. Es ist ja alles nicht passiert.

    Und jetzt hier mit so einem Schaufensterantrag, wie schon gesagt wurde, um die Ecke zu kommen und sich noch nicht mal auszukennen, dass das schon eine 30er-Zone ist, tut es mir leid, wir lehnen das ab.



  • Vielen Dank, Herr Vorsitzender, liebe Frau Oberbürgermeisterin, liebe demokratische Stadtratskolleginnen. Ein kleiner Hinweis: Man muss nicht aus Buckau kommen, um einen Antrag richtig zu lesen.

    Wir fordern keine 30er-Zone, wir fordern Verkehrsberuhigung. Das ist ein Unterschied, und jeder, der seinen Führerschein gemacht hat, weiß tatsächlich auch, was der Unterschied ist. Vielen Dank.



  • Marcel Guderjahn Gartenpartei

    Ja, das ist ja schön, ich habe einen Führerschein. Wir haben sogar in Westerhüsen, Alt-Westerhüsen, bislang runter bis zur Schule, hatten wir mal teilweise 30, und zwar von 22 bis 6 Uhr morgens. Da gab es einen Antrag, dass wir doch bitte in der Schulzeit, beziehungsweise wenn die Schüler zur Schule fahren, weil später werden sie wahrscheinlich abgeholt, dass wir den Antrag gestellt haben von 22 bis 8 Uhr. Der wurde hier abgelehnt.

    Und jetzt machen wir für die ganzen Autofahrer, weil die ja jetzt durch diese schöne gebaute Haltestelle nicht mehr durchkommen, weil jetzt alle Schleichverkehre fahren, ja, jetzt machen wir wieder Verkehrsberuhigung. Da ist Verkehrsberuhigung 30, dem brauchen wir nicht einen Antrag.



  • Die Emotionen kochen hier gerade so hoch. Da gibt es temporär tatsächliche Probleme. Zu bestimmten Tageszeiten ist die Bleckenburgstraße da ernster betroffen. Doch, doch, das ist so. Zumindest wird die Kritik auch tatsächlich von den Anwohnern so geäußert.

    Jetzt wäre die spannende Frage, was kann man denn da tatsächlich tun, um Verkehrsberuhigung zu machen. So, die Linke hat mehrere Punkte beispielhaft genannt. Die Verwaltung hat gesagt, diese Punkte sind das nicht. Und da wäre jetzt ein bisschen so die Frage an die Verwaltung, welche anderen verkehrsberuhigenden Maßnahmen kann man sich denn vorstellen? Da gibt es ja durchaus ein breiteres Portfolio.

    Insofern wäre ich für den Schluss des Antrages, um die Verwaltung genau mit dieser Prüfung zu beauftragen.



  • Anbei nochmal ein kleiner Kurzübersicht zu unserem Antrag. Der Antrag zielt darauf ab, dass die Oberbürgermeisterin beauftragt werden soll, zu prüfen, inwiefern digitale Stadtführer oder auch virtuelle CityGuides eingesetzt und in das Tourismuskonzept der Stadt Magdeburg integriert werden können. Im Fokus steht dabei insbesondere folgender Aspekt, und zwar die Präsentation von Sehenswürdigkeiten durch historische Persönlichkeiten. Exemplarisch sei hier zum Beispiel Otto der Große oder Otto von Guericke als Avatar genannt.

    Die Stellungnahme der Stadtverwaltung hat Folgendes hervorgebracht. Die MMKT hat bereits eine mit Förderung mit den Aussehen Corona-Sondervermögen eingeführte App für Stadtführungen, und zwar den Smart Guide. Der bietet grundsätzlich genau die Möglichkeit, die wir nutzen wollen, und zwar sogenannte Avatare historischer Persönlichkeiten einzuwenden. So weit, so gut. Aber wenn man die Stellungnahme sich weiterhin anschaut, geht hier heraus hervor, dass AR-Anwendungen in der App zeigen, dass technische Herausforderungen bei der Umsetzung doch eher hakelig sind, was auch immer das bedeuten mag. Weiterhin ist die Nutzervariante, die da angeboten wird, mit nur 1.100 Zugriffen deklariert worden. An der Stelle habe ich ehrlich gesagt Fragen, wie hier Steuergeld wirklich zum Fenster rausgeschmissen wird. Es wird quasi eine App installiert über ein Sonder-Corona-Vermögen, was gerade mal 1.100 Zugriffe an der Stelle hat.

    Dazu ist Folgendes meiner Meinung nach anzumerken, und zwar, dass Apps generell nicht mehr der Zahn der Zeit sind. Die meisten Leute wollen heutzutage schnell an Informationen gelangen, und da würde sich an der Stelle QR-Codes anbieten. Die MMKT hat im Rahmen der Urban Art Gallery beispielsweise darauf verwiesen, dass sie eben solche QR-Codes nutzen wollen, hat dazu auch schon eine eigene Webseite installiert. Deswegen da an der Stelle der Verweis, dass in dieser Stellungnahme da kein Bezug zugenommen werde, bin ich eher ein bisschen enttäuscht drüber. Man sollte dann doch schon mal mehrere Seiten beleuchten.

    Zu den angegebenen Kosten ist Folgendes zu sagen. Die Avatare sollen sich in der Entwicklung für einen Avatar auf ca. 15.000 Euro belaufen, und für mehr als drei Avatare sollen die Kosten zwischen 60.000 bis 80.000 Euro treffen. An der Stelle habe ich auch Fragezeichen, wenn man sich den Markt mal speziell anschaut und mal guckt, was für Avatare es gibt. Es gibt sicherlich Preisunterschiede bei den Avataren, die reichen von null bis zu mehreren tausend Euro, aber genau das ist ja der Sinn der Sache einer Prüfung, die wir hier anstreben. Deswegen möchte ich bitten, dass diese Vorabprüfung nochmal genauer recherchiert wird und nochmal geschaut wird, welche kostengünstigeren Alternativen am Markt vorhanden sind.

    Abschließend bleibt zu sagen, dass virtuelle CityGuides, die historische Persönlichkeiten als erzählende Begleiter nutzen, sich tendenziell zum prägendsten Trend im Städtetourismus weltweit entwickeln. Also warum soll Magdeburg auf diese Chance verzichten? In diesem Sinne bitte ich um Zustimmung zu unserem Prüfungsantrag. Danke.



  • Dr. Niko Zenker SPD/Tierschutzallianz/Volt

    Ich wollte kurz begründen, warum ich gegen diesen Antrag bin. Auch wenn ich für Technik bin und das alles ganz gut finde, weiß ich auch nicht, wo die 1100 Abrufe wie auch immer herkommen.

    Ich sehe des Öfteren Leute über den Domplatz laufen mit dem Handy in der Hand, Kopfhörer auf, und dann laufen die da rum. Das ist höchstwahrscheinlich diese virtuelle Tour. Ich finde das ehrlich gesagt fürchterlich. Die gucken auf ihr Handy, die gucken nicht, wie schön unser Dom ist oder wie schön der Domplatz gestaltet ist, sondern die laufen nur mit dem Blick auf dem Handy durch die Stadt.

    Das ist das, was wir, ich denke nicht, dass wir das fördern sollten, und deswegen werde ich dem Antrag nicht zustimmen.



  • Es waren im Rahmen des Tourismustags zwei Vertreter dieser Stadt anwesend. Alleine da hat sich schon gezeigt, wo der Mehrwert dieser virtuellen Guides liegt. Und zwar war da ein Anbieter vor Ort, der eben genau dieses Themenfeld bedienen wollte und hat sich da vorstellig gemacht mit einem Flyer und hat eben gesagt, dass die Leute heutzutage auch gerne mal mit Kindern unterwegs sind und Geschichte erlebbar wahrnehmen möchten.

    Und dazu zählt halt eben nun nicht mehr diese staubtrockene Wahrnehmung von Museen oder Co., sondern eben diese virtuelle Medienvielfalt. Und in dem Sinne werden eben genau solche QR-Codes genutzt. Die werden an entsprechende Sehenswürdigkeiten angebracht. Jeder Zweite wird wahrscheinlich heutzutage ein Smartphone haben. Die ältere Gruppe nehme ich mal raus. Gerade die jungen Kinder heutzutage wachsen damit auf. Die haben wahrscheinlich schon im Vorschulalter mittlerweile ein Smartphone.

    Und für die ist es natürlich ganz spannend, einfach mal das Handy zu nutzen und selber interaktiv den QR-Code aufzumachen und eine gewisse Erlebnisvielfalt wahrzunehmen, die eben in dem Sinne, in dem Antrag geschildert werden soll.



  • Ich wollte auch vorhin schon zu einem Prüfantrag versagen, ist mir irgendwie untergegangen. Ich weiß nicht, ob die CDU sich jetzt zur Verbotspartei hier echauffieren möchte oder etablieren möchte. Es gab ja schon mal einen ähnlichen Vorstoß, der wurde ja damals niedergeschmettert. Ich weiß nicht, warum die CDU das jetzt wieder probiert. Da gab es ja damals auch ein Verfahren dazu. Sollte diesmal ähnlich laufen, auch wäre das wieder so ein Show-Antrag. Das müsste auf Landesebene geregelt werden und ich weiß nicht, wollte hier aus Magdeburg so ein bisschen einen kleinen Dubai machen, dass man hier gar nichts mehr darf.

    Also ich habe jetzt kein Problem oder der Hasselbachplatz oder die Halberstädter Straße hat nicht ein Problem mit irgendwelchen Jugendlichen, die Alkohol trinken, sondern da haben wir Probleme, Messerattacken, Vergewaltigung, Drogen, Urinieren in den Hauseingängen und so weiter. Das ist das Problem. Und mit dem Antrag werden hier wieder Verbote ausgesprochen, die an der kritischen Lage hier in Magdeburg nichts ändern. Im Gegenteil, hier werden nur Leute schikaniert, die jetzt sich vielleicht mal auf eine Parkbank setzen möchten und ein Bier trinken.

    Also wir lehnen, auch wenn es nur ein Prüfantrag ist, diesen Antrag ab, ganz klar, und möchten hier auch Magdeburg noch ein bisschen freiheitlich so leben garantieren. Vielen Dank.



  • Hier geht es nicht unbedingt um irgendwelche sofort ausgesprochenen Verbote, sondern wir haben das letzte Mal aus dem Jahr 2009 eine Rechtsprechung dazu gehabt, beziehungsweise ein Verfahren dazu gehabt am Hasselbachplatz. Seitdem ist relativ viel passiert, auch eine Rechtsprechung deutschlandweit. Die Beispiele sind hier im Punkt 3 unter anderem mitgenannt und auch mit in der Begründung.

    Wir haben mittlerweile beispielsweise in bestimmten Bereichen Videoüberwachung, Nikolai-Platz, das wäre vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen, dementsprechend offensichtlich funktioniert es. Dass wir Problembereiche haben, nicht nur dort, ich nenne beispielsweise bei mir im Magdeburg-Norden auch gerne mal den Neustädter Platz, wer da mal irgendwie Müll gesammelt hat, der weiß, wovon ich rede. Herzliche Einladung zum nächsten Müllputztag, da findet auch wieder was statt.

    Dementsprechend, es gibt rechtliche Änderungen, es gibt offensichtlich rechtliche Möglichkeiten in anderen Bundesländern, das heißt auch bei uns, wir wollen schlicht und ergreifend einmal aufgelistet haben, was ist möglich, wie ist die momentane rechtliche Lage, was muss getan werden, um bestimmte Dinge umzusetzen. Thema Nikolai-Platz, Videoüberwachung ist das eben genannte Beispiel und was ist tatsächlich nicht möglich.

    Das wollen wir einmal haben, um auch diesen ganzen Anträgen in Richtung irgendwelche Verbotszonen auf der einen Seite vielleicht ein bisschen Vorschub zu leisten, auf der anderen Seite aber einfach zu sagen, okay, das dürfen wir, das dürfen wir nicht. Nichts anderes wollen wir, das ist ein Prüfantrag und nicht der erste Antrag, hier direkt irgendwelche Verbotszonen auszusprechen. Wir wollen nur wissen, was Phase ist. Das war's, danke.



  • Stephan Papenbreer Tierschutzpartei

    Wir werden diesem Antrag zustimmen. Denn anders als bei dem Antrag, Schließzeiten zu vereinbaren und Geschäfte mit Zwang zu schließen wie Spätshops, ist es hier nämlich genau der richtige Weg, Prävention zu tätigen, um zu sehen, dass eben auch nach 22, 23 Uhr im öffentlichen Bereich nicht zu viel konsumiert wird.

    Und das ist aus unserer Sicht genau der richtige Weg, anders als bei dem anderen, den wir eben hatten. Danke.



  • Ja, ich kann was dazu sagen, da wir im Vorfeld dieses Antrages, den wir natürlich sehen, mit der Polizei bereits Kontakt aufgenommen haben. Wenn man ein Alkoholverbot aussprechen will, dann geht das nach Paragraf 94a des Sicherheits- und Ordnungsgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt. Voraussetzung ist, dass die Polizei bestätigt, dass eine abstrakte Gefahrenlage besteht, und zwar in einem Kausalzusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Straftaten. Und dieser Kausalzusammenhang wird durch die Polizei nicht gesehen.

    Das heißt, die Antwort auf den Prüfantrag ist, die Polizei sagt uns keine abstrakte Gefahr und damit keine Möglichkeit eines entsprechenden Sperrbezirkes. Das wird die Antwort unserer Stellungnahme, die Antwort auf diese Prüfung sein. Das muss jedem klar sein.

    Man kann einen zweiten Weg über eine Gefahrenabwehrverordnung gehen. Da kann man dann Platzverbote aussprechen. Das nutzen wir auch. Also wenn jemand mit Alkohol dann in der Tat mal randaliert, dann wird er des Platzes verwiesen. Aber weitergehende Gesetzesänderungen mag es in anderen Bundesländern geben. In Sachsen-Anhalt leider nicht. Die Antwort kann ich vorwegnehmen. Die wird sagen, es geht nicht. Nein.



  • Na gut, ich muss trotzdem mal runterbrechen. Der Antragstitel ist klar, es geht um das Verbot von Alkohol. Und wenn Herr Rohne das jetzt hier so ein bisschen verblumisiert, es geht darum, der Jugend Tralafitti in der Innenstadt oder in bestimmten Stadtgebieten zu verbieten. Und da kann man einfach nicht mitgehen.

    Auch Drohungen und Messer und Waffen sind verboten und da gibt es ein Verbot und trotzdem hält sich ein Großteil keiner dran. Und jetzt möchte man hier noch beim Alkohol nachsetzen, was überhaupt nicht das Problem ist, denn soll doch lieber die Ordnungsmacht bei den richtigen Straftaten oder das, was wirklich eine Gefahr für die Bürger ist, nachsetzen. Aber nicht, dass wir jetzt der Jugend den Alkohol verbieten sollen und das hat Herr Kruger gerade treffend erwähnt.

    Der Prüfantrag ist jetzt wieder eine Verwaltungssache, mit der wir die Verwaltung jetzt hier belasten. Deswegen kann man es einfach gleich ablehnen. Das ist der völlig falsche Ansatz. Geht lieber die richtigen Probleme an und nicht, dass hier den Leuten der Alkoholkonsum verboten wird.



  • Ich habe mich nach den Ausführungen von Beigeordneten gerade gefragt, ob Sie in der CDU überhaupt miteinander richtig reden, wenn das so einfach zu beantworten wäre. Aber davon werden wir diesem Antrag auch nicht zustimmen, weil Sie damit solchen Alkoholverbotszonen am Ende nur auch den Konsum verlagern werden. Dann haben Sie den nicht mehr in zentralen Orten und dann zieht es sich rein vielleicht in die Straßenzüge. Ob Sie dann so viel damit gekonnt haben, keine Ahnung.

    Abgesehen davon finde ich den persönlich auch super unehrlich, weil jeder, der hier ist und der sagt, er hat als Jugendlicher nicht mal irgendwo Alkohol getrunken an einem dieser virulenten Plätze, am Hasselbachplatz oder dergleichen, das glaube ich Ihnen schlechtweg nicht. Also ich finde, so ehrlich kann man sich persönlich dann auch mal machen.

    Wenn Sie wirklich was mit Prävention machen wollen, und da würde ich Herrn Papenbreer eindringlich widersprechen an der Stelle, dann verbietet man das nicht an einzelnen Stellen im öffentlichen Raum, sondern dann investiert man in ordentliche Vorsorgestrukturen, in ein ordentliches Vorsorgeangebot in den Schulen, das sich auch mit zum Beispiel exzessivem Alkoholkonsum auseinandersetzt und legt einen größeren Wert darauf, Kinder auf das Leben vorzubereiten und welche Konsequenzen es hat, wenn man übermäßig konsumiert. Aber das wird man nicht bekommen, indem man sagt, hier darfst du das nicht, aber wenn du da hinten in die dunkle Ecke gehst, das ist okay.



  • Stephan Papenbreer Tierschutzpartei

    Man macht das halt nicht gerne, aber muss dem Beigeordneten einmal widersprechen. Ja, es gibt in Deutschland Alkoholverbotszonen. Bahnhöfe, Hauptbahnhof, zum Beispiel Altona, öffentliche Plätze, Städte Chemnitz, Park am Roten Turm oder Erfurt, Meierbachstraße, Verkehrsmittel in S-Bahnen und Bussen und so weiter und so fort. Wer in solchen Zonen beim Trinken erwischt wird, muss mit einem Platzverweis und einem Bußgeld rechnen. Also es gibt Alkoholverbotszonen in ganz Deutschland. Das ist der Punkt eins.

    Der Punkt zwei ist aus meiner Sicht heraus, zum Beispiel am Hasselbachplatz. Ich finde das jetzt nicht sexy, wenn an den Bänken Partys mit Alkohol und das die ganze Nacht über gefeiert wird. Und ich wäre schon froh, wenn wir da die Möglichkeit hätten zu sagen, hier ist Feierabend. Ja, dann sollen Sie in den Stadtpark gehen, da stören Sie aber nicht die Bürger in der Stadt.



  • Dr. Thomas Wiebe SPD/Tierschutzallianz/Volt

    Ich bin schon ein bisschen überrascht, dass es jetzt hier so eine Koalition zwischen Blau und Rot für Alkoholkonsum im Freien gibt. Und darum geht es.

    Vielleicht darf ich aus medizinischer Sicht doch nochmal kurz darauf hinweisen, Alkohol ist extrem schädlich für die Gesundheit und führt zur Sucht. Und deshalb erschließt sich mir überhaupt nicht, warum wir jetzt hier uns so ins Zeug legen für Alkoholkonsum. Also ich bin ehrlich gesagt ein bisschen fassungslos. Danke.



  • Danke, Beigeordneter Krug, für die Argumentation. Ja, es ist ja schön, dass Sie das relativ kurz abkürzen können. Ich hätte es halt gern schriftlich. Weil wir werden regelmäßig auf sowas angesprochen, immer Leuschner Platz ist ein so ein Fall, wo halt häufig Scherben liegen, wo häufig Müll rumliegt, andere Bereiche wurden hier ebenfalls schon genannt.

    Ich hätte das gerne einmal wirklich schwarz auf weiß, deswegen ist es ein Prüfantrag, ein Prüfantrag, kein Antrag, irgendwas rumzusetzen, mehr nicht. Deswegen bleiben wir dabei und bitten um Zustimmung.



  • Aber wir haben doch hier gar kein Problem mit Alkohol. Ja, wir haben ein Müllproblem usw., das sehe ich alles ein, aber jetzt werden ja alle Leute unter Generalverdacht gestellt, die ein Bier trinken, dass die auch dafür verantwortlich sind, dass sie irgendwo Müll hinschmeißen.

    Und Herr Wiebe, manchmal sind auch Koalitionen möglich im Sinne der Vernunft, das ist gar kein Problem. Und jeder hat sein Laster und wir stehen hier nicht für Alkoholkonsum, wir stehen für ein freiheitliches Land. Und da muss jeder noch entscheiden können, trinke ich heute Abend ein Bier an dem Ort, an der Bank oder auf der Bank, wo ich gerade sitze, oder ist das verboten, weil es dann eine Kontrolle kommt.

    Und welche Ordnungsmaßnahmen oder Gesetze können überhaupt umgesetzt werden, wenn wir gar kein Personal haben, sowas zu kontrollieren. Von daher ist dieser, auch wenn das nur ein Prüfantrag ist, kostet trotzdem Verwaltungsaufwand und das kann man hier gleich ablehnen, weil wir wollen ja weiterhin ein freiheitliches Magdeburg bleiben, wo man auch Alkohol trinken kann, wenn einem danach ist. Vielen Dank.



  • Die Zeiten ändern sich hier in dem Stadtrat. Die fangen aber wirklich so, da haben die Fraktionen mit ihren Beigeordneten geredet. Wenn der Beigeordnete gesagt hat, dieser Antrag ist unnötig, das funktioniert nicht, man hat das in der Fraktion ausdiskutiert, dann gab es hier Anträge nicht.

    Hier einen Prüfantrag zu stellen, obwohl der gleiche Beigeordnete der CDU sagt, Quatsch, das brauche ich nicht, das erkläre ich euch gleich, also das kann man hier nur ablehnen.

    Und guckt mal auf die Uhr, wie spät es schon ist, ich weiß gar nicht, wir reden uns hier über so eine Show-Anträge, alles vor Landtagswahl, obwohl wir vorher schon wissen, was rauskommt.



  • Philipp Händler GRÜNE/future!

    Ja, also wir sprechen uns auch gegen den Prüfantrag aus, weil es ja nicht geprüft werden muss, wenn es einfach sinnlos ist. Herr Wiebe, genau aus dem Punkt, als Suchtberater würde ich Ihnen das auch gerne mitgeben, dass solche Verbotsverfahren einfach nichts bringen an dieser Stelle. Von daher lehnen wir den Antrag ab.



  • Nein, es gibt keine komischen Koalitionen hier. Eine Sache, der Antrag, der Prüfantrag war in dem Moment erledigt, als der Herr Beigeordnete vorhin erklärt hat, warum es los ist. Darum werden wir dem nicht zustimmen.

    Dann nur eine Sache, und das hat eigentlich gerade Herr Hintner schon ganz schön gesagt, ich würde es noch mal aus einer politischen Debatte fassen. Seit Jahrhunderten, seit mindestens einem Jahrhundert haben wir immer wieder das Thema Prohibition, wie gehen wir mit Drogen um, jetzt ganz groß, vor ein paar Jahren Cannabis, das große Fragezeichen, immer wieder das Thema Drogen, Drogen, Drogen. Ist eine wichtige Frage gesellschaftlich, überhaupt gar kein Thema, dass wir darüber reden müssen.

    Aber erstens, solche ordnungspolitischen Instrumente lösen das Grundproblem von Überkonsum und deren Randerscheinung einfach überhaupt nicht. Und zweitens, verstärkt ja Prohibition meistens noch den Konsum und sozusagen die Verlockung des Konsums und das Verbot zu brechen. Von daher, wir lehnen diesen Antrag weiterhin ab. Es gibt keine komischen Koalitionen hier. Wir machen Linke und eine menschenorientierte Politik, andere machen was anderes.



  • Lucas Kemmesies SPD/Tierschutzallianz/Volt

    Mir fehlt so ein bisschen die Versachlichung in der Debatte. Herr Kumpf, dass Alkohol keine Rolle spielt, das kann man ja so einfach nicht stehen lassen. Wir haben 50.000 bis 60.000 Tote in Deutschland alleine dadurch. Wir haben ca. 1,6 Millionen Abhängige in Deutschland. Wir haben über 50 Milliarden dadurch verursachte Folgekosten in Deutschland.

    Also, dass Alkohol keine Rolle spielt in einem Land wie Deutschland mit einem der höchsten Pro-Kopf-Konsumverhalten in ganz Europa, kann man wirklich so nicht bestätigen. Das ist aus medizinischer Sicht einfach vollkommen falsch. Ich finde, mit Verboten aus CDU-Sicht zu argumentieren, wo das Wort Verbot ja häufig nicht ganz so gerne gesehen wird, auch ein bisschen schwierig.

    Nichtsdestotrotz muss man auch auf der anderen Seite sagen, dass reines Präventionsverhalten, so wie es jetzt hier ganz gerne argumentiert wird, ja auch allein nicht hilft. Viele dieser Maßnahmen, die aber helfen würden, dafür sind wir eben wieder nicht zuständig. Höhere Alkoholpreise, durchaus auch generell weiterführende Konsumverbote, also die sich nicht nur auf bestimmte Straßenabschnitte, sondern meinetwegen zum Beispiel auf Uhrzeiten beziehen in öffentlichen Räumen. Das ist durchaus möglich.

    Herr Papenbring hat gesagt, an bestimmten Orten ist das bereits möglich. Allerdings, da hat Herr Kuck ihn gar nicht widersprochen, ist das halt in anderen Bundesländern so. Das ist also auch wieder Landesgesetz. Somit sind wir dafür nicht zuständig. Ich finde, als reinen Prüfantrag, um das meinetwegen mal auf schwarz auf weiß zu haben, ich finde es nicht schlimm, vielleicht ein Stück weit unnötig, ja, aber wenn wir diese Debatte so führen, dann bitte auf beiden Seiten. Und das fehlt hier an einigen Stellen. Danke.



  • Simone Borris Oberbürgermeisterin

    Ich wollte an der Stelle nur darauf hinweisen, dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten etwas tun, nämlich wir finanzieren mit einer ganzen Menge Geld Suchtberatungsstellen.

    Da wird auch präventive Arbeit gemacht und ich denke, das ist das, wofür wir zuständig sind, was wir auch beeinflussen können.



  • Madeleine Linke GRÜNE/future!

    Herr Händler hat aus Perspektive der Suchtberatung und als Psychologe schon mal eine Einschätzung gegeben zu unserer Positionierung. Ich möchte es noch ergänzen um andere Punkte.

    Wir haben in dieser Stadt bereits eine Waffenverbotszone. Wir haben vorhin darüber gesprochen, Spätis sozusagen einzuschränken. Ich will noch mal daran erinnern, dass wir eine Landeshauptstadt sind, ein urbanes Zentrum und dass wir als Grüne auch eine liberale Partei sind. Und da gehört sowas auch mit dazu, dass man hier nicht immer eine Law-and-Order-Politik an den Tag legt, die erstens, das haben wir auch gehört, kaum durchzusetzen ist und auch nicht rechtlich standhaft ist.

    Und da muss man sich auch mal ehrlich machen, wenn man Bier auf dem Parteitag zulässt und Wein, das soll nicht mal verboten sein, also mit was man hier eigentlich argumentiert und was man für Feste organisiert, muss man sich auch mal ehrlich machen. Und ich finde, das gehört auch damit zu und auch, dass wir nicht alles über sozusagen engineeren und über mit Law-and-Order-Politik sozusagen besetzen, sondern auch mal ehrlich an Sachen rangehen und auch fachlich. Und das wurde hier dargelegt aus verschiedenen Perspektiven.

    Wir haben sicherlich alle, gucken aus einem anderen Blickwinkel auf das Thema, natürlich ist Alkohol nicht super, natürlich sind Drogen nicht super, natürlich sind Waffen nicht super, aber es hilft einfach ein Verbot, hilft an keiner Stelle weiter, auch wenn es hier ein Prüfantrag ist. Wir haben gehört vom Beigeordneten, dass es nicht sinnvoll ist, deswegen müssen wir das auch nicht weiter verfolgen.



  • Marcel Guderjahn Gartenpartei

    Abschließend kann ich das jetzt nicht für alle, vielleicht fühlt sich eine oder andere noch angesprochen. Dafür haben wir den Ersten-Hilfe-Kurs vorhin abgelehnt. Ja, da hätte man das vielleicht ab der dritten, vierten, fünften Klasse schon mal mit einführen können. Weil wenn wir diesen Antrag hier jetzt heute beschließen, dann heißt, ach so, das angenommen, auch gut, dann kann man das ja mit einpflegen, weil die nächsten Schilder, die dann am Hasselbachplatz oder auf der Halber stehen, dann guckt bitte nicht immer auf das Handy, wenn man über die Straße geht, sondern guckt nach oben oder nehmt die Schulwege oder die Fußgängerüberwege.

    Also wie gesagt, das Thema ist doch folgendermaßen. Ich hatte mal eine Kneipe. Mal ganz kurz, wir haben ja noch vier Minuten Zeit. So, jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie wollen die Kneipe auskehren. Ja, sagen Jungs, nehmt euch noch ein Schlenderbier mit, geht nach Hause, macht los. Ja, Buckau war ja mal ein angesagter Stadtteil, so von wegen, da ist ja was los, abends geht die Post ab, genauso wie der Hasselbachplatz oder auch die Halberstädter Straße.

    So, jetzt ist es so, alle, die hier sitzen, waren schon mal irgendwann am Hassel, sind von einer Kneipe zur nächsten und haben sich ein Bierchen mitgenommen und haben gesagt, Mensch, gib mir mal ein Bierchen, gehen wir mal zur nächsten Kneipe. Ja, haben sie alles schon mal gemacht. Jetzt sitzen sie hier, nein, haben wir nicht. Aber das Schöne ist, sie fahren mal abends mit dem Auto offen, es war ja jetzt am Wochenende schön, ja, da riecht im Bukau oder in der Stadt überall nach Kiff. Ja, und erklären Sie mal Ihren Sohn, ja, hier, oh Papa, hier, da kiffen sie. Sollen wir da jetzt auch noch Schilder hinstellen? Wo ist denn da der Antrag von den Grünen, SPD, CDU? Ihr habt doch das in eurer Bundestagsgeschichte alles erlangt.

    Meine Damen und Herren, Herr Julian spricht bitte etwas ruhiger. Ich spreche ja noch, ich spreche ja noch. Da sind keine Anträge, was ist denn damit? Ja, also lasst doch bitte das Schlenderbier für den Hasselbachplatz oder die Halberstädter Straße, nehmt doch den Leuten nicht noch das Bierchen weg. Und ganz ehrlich, wir stellen uns hin, wir wollten mal Kulturhauptstadt werden. Ja, dann gehen wir doch aus der Stadt, Frau Stieger ist gerade nicht da, aber Frau Stieger hat zum Beispiel mal gesagt, lass uns doch mal schlendern gehen, ja, gehen wir schön von hier und schlendern. Jetzt darf ich doch nicht mehr mit Frau Stieger noch mit dem Bier schlendern gehen. Vielleicht würde sie eher einen Rotwein nehmen, ich weiß es nicht.

    Aber wir kommen nochmal zurück, lasst den Leuten noch das Bier auf der Straße, denn macht doch ein bisschen Prävention, zum Beispiel in New York, trinkt nicht zu viel, trinkt ein bisschen weniger, denkt dran, nehmt die öffentlichen Verkehrsmittel und, und, und. Aber das Bier wegnehmen macht keinen Sinn.



  • Es geht ganz klar darum, dass es viele Bereiche in Magdeburg gibt, wo Alkoholkonsum exzessiv stattfindet. Sprich, das Pilz, die Schnäpse, die landen wiederum in den Grünanlagen, verschmutzen und so weiter und so fort.

    Und das geht einfach darum zu prüfen, gibt es rechtliche Grundlagen, die mal auf welcher Weise auch immer zu sagen, ab bestimmten Uhrzeiten dürft ihr hier nicht mehr trinken bzw. es hat ja keiner was dagegen, in den Gaststätten zu sitzen, auf der Terrasse vielleicht. Aber es wird halt Billigbier verkauft für 1,50, 1,40, geht dann quasi raus auf die Straße, verunreinigt da den Raum, Herr Kumpf hat es gesagt, wird uriniert in die Eingänge.

    Und das ist halt der Punkt, worum es da mal geht zu prüfen, welche Grundlagen hätten wir, was könnte man machen und nicht mehr, nicht weniger.



  • Man könnte fast meinen, dass die eigenen Reihen Anlass für so eine Debatte geben. Ein Alkoholverbotszone, dadurch wird doch kein Konsum verändert oder die Menschen hören auf zu trinken, es wird in den privaten Raum verlagert. Und damit sind zum Beispiel Alkoholprobleme viel weniger öffentlich einsehbar. Dort, wo sie aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden und Alkoholprobleme vor allem und exzessiver Alkoholkonsum, der natürlich stattfindet, der nicht toll ist, gar keine Frage, dass das nicht super ist und dass es ein großes Problem gibt in Deutschland, dann wird es nur im Versteckten stattfinden. Jetzt haben Gesellschaften zum Beispiel viel, viel weniger Einfluss darauf und können den Menschen viel weniger helfen. Das ist ein großes Problem, wenn wir Konsum ins Private verlagern und verbieten irgendwo.

    Punkt zwei, niemand kann sich eine Gaststätte immer leisten, von daher finde ich das Gaststätten-Argument ein bisschen schwach. Ich glaube, wir müssen irgendwie über andere Themen reden. Eine Sache, wenn wir jetzt hier alle ehrlich darüber reden, dann können wir vielleicht auch über ein Alkoholverbot hier im Stadtrat, während unserer Stadtratssitzung reden oder über eins im Landtag. Das wäre zumindest ein bisschen ehrlicher als das hier gerade.



  • Ja, ich bin ein bisschen erstaunt, dass ausgerechnet aus der Feder der CDU hier ein Vorschlag kommt zur Optimierung der Vergabe- und Zuschlagskriterien bei Vergaben der Landeshauptstadt. Wenn man sich zurück entsinnt, was auf Landesebene los war, nachdem die CDU federführend agiert hat beim Tariftreue- und Vergabegesetz, haben wir gesehen, was hier los war.

    Natürlich, dann sind wir jetzt in Regierungsverantwortung oder sehe ich das jetzt falsch? Am Ende war ein Riesenaufschrei, nachdem das Tariftreue- und Vergabegesetz geändert worden ist, falls Sie sich erinnern. Die Unternehmen haben gar nicht mehr an den Ausschreibungen der Öffentlichen Hand wahrgenommen.

    Jetzt wollen Sie ausgerechnet Kriterien vorschlagen, die qualitativ da verbessern, dass heiße Unternehmen da Zuschläge bekommen. Da bin ich sehr erstaunt. Wir werden uns daran teilten.



  • Lucas Kemmesies SPD/Tierschutzallianz/Volt

    Ich würde auch sehr stark dafür plädieren, dass wir manchmal irgendwie ein bisschen aufhören, die Landtagsfraktion und die Stadtratsfraktion so über einen Kamm zu scheren.

    Ich habe auch meinen Dissens mit der CDU manchmal, so wie halt auch mit anderen Leuten oder Fraktionen, aber deswegen müssen wir nicht immer alles über einen Kamm scheren. Das ist doch Quatsch. Das bringt uns hier nicht weiter, das ist einfach unnötig.



  • Wir beantragen, dass die Oberbürgermeisterin gebeten wird, bei EU-Bürgern in Magdeburg, die Bürgergeld beziehen und nicht oder in unzureichendem Maß erwerbstätig sind, die Arbeitnehmerfreizügigkeit unverzüglich zu entziehen. Dieser Entzug soll mit dem Verlust der Sozialleistungen sowie einer Ausreiseverpflichtung verbunden sein. Die Stadtverwaltung soll diese Praxis systematisch umsetzen und dokumentieren, um eine einheitliche und rechtssichere Anwendung zu gewährleisten.

    Zur Begründung: Die Freizügigkeit der Arbeitnehmer innerhalb der Europäischen Union stellt ein zentrales Prinzip des EU-Rechts dar und ermöglicht es den Bürgern aus anderen Mitgliedstaaten, in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Allerdings ist diese Freizügigkeit nicht uneingeschränkt. Gemäß dem EU-Freizügigkeitsgesetz und den Vorgaben des Europäischen Gerichtshofes besteht das Recht auf Aufenthalt nur so lange, bis bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Insbesondere müssen EU-Bürger nach einem Aufenthalt von mehr als drei Monaten entweder erwerbstätig sein oder über ausreichende Mittel zum Lebensunterhalt verfügen oder als Arbeitssuchende nachweisen, dass sie ernsthafte Chancen auf eine Beschäftigung haben. Andernfalls erlischt das Freizügigkeitsrecht und es kann zu einer Ausweisung kommen. Dies schließt explizit den Missbrauch sozialer Leistungen aus, wie es in Artikel 7 der Richtlinie 2004-38-EG festgehalten ist. Diese besagt, dass der Aufenthalt nicht zu einer unangemessenen Belastung für das Sozialsystem des Gastlandes werden darf.

    In Deutschland wird diese Regelung durch das zweite Sozialgesetzbuch SGB II umgesetzt, welches das Bürgergeld regelt. EU-Bürgern, die ausschließlich zum Bezug von Sozialleistungen einreisen und keine ausreichende Erwerbstätigkeit aufweisen, haben keinen Anspruch auf diese Leistung. Der EuGH hat in einem Urteil im Fall Dano klargestellt, dass ein solcher Anspruch nur besteht, wenn der Betroffene als Arbeitnehmer oder Selbstständiger qualifiziert ist und über andere Mittel verfügt. Während diese Kriterien nicht erfüllt sind, kann der Aufenthalt als unrechtmäßig gelten, was zum Entzug der Freizügigkeit und Verlust des Bürgergeldes nach sich zieht. Ergänzend dazu sieht das Aufenthaltsgesetz in Artikel 5 vor, dass Ausreisepflichten verhängt werden können, um die Integrität des Sozialsystems zu schützen. Die Maßnahmen sind nicht diskriminierend, sondern dienen der Verhinderung von Sozialtourismus, wie es in der EU-Rechtsprechung bezeichnet wird.

    Der vorliegende Antrag zielt darauf ab, die rechtlichen Möglichkeiten konsequent in Magdeburg anzuwenden, um die städtischen Finanzen zu entlasten. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass ein Teil der EU-Bürger, insbesondere aus Ländern wie Rumänien und Bulgarien, gezielt in deutsche Städte einwandert, um Leistungen wie Bürgergeld zu beziehen, ohne eine nennenswerte Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Dies belastet nicht nur die Haushalte der Kommunen, sondern führt auch zu sozialen Spannungen und der Überlastung der Infrastruktur. In Magdeburg, einer Stadt kurz vor dem finanziellen Kollaps, ist es essenziell, dass Sozialhilfe vorrangig denjenigen zukommt, die aktiv zur Gesellschaft beitragen oder echte Integrationsbemühungen zeigen. Durch den Entzug der Arbeitnehmerfreizügigkeit und damit verbundenen Streichungen des Bürgergeldes sowie die Verhängung einer Ausreiseverpflichtung kann verhindert werden, dass das System weiterhin missbraucht wird. Die Ausreiseverpflichtung stellt sicher, dass Betroffene nicht weiterhin auf Kosten der Steuerzahler verbleiben, sondern in die Herkunftsländer zurückkehren, wo sie gegebenenfalls auf nationale Unterstützungssysteme zurückgreifen können.

    Insbesondere überzeugend sind hier die positiven Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen, wo ähnliche Punkte bereits erfolgreich umgesetzt wurden und als Vorbild dienen können. Zwar haben Städte wie Duisburg, Gelsenkirchen, Dortmund, Hagen im Jahr 2025 alleine insgesamt 1.181 bulgarischen und rumänischen EU-Bürgern Sozialleistungen entzogen. Diese Maßnahmen basieren auf dem Nachweis, dass die Betroffenen nicht ausreichend durch Arbeit zu ihrem Lebensunterhalt beitrugen, was eine gezielte Einwanderung in diese Sozialsysteme darstellt. In Duisburg allein wurden hunderte Fälle bearbeitet, bei denen EU-Bürger nach der Einreise direkt Bürgergeld beantragt haben, ohne ernsthafte Arbeitssuche zu betreiben. Die Stadtverwaltungen in NRW haben hierfür spezielle Prüfverfahren etabliert, die den Arbeitsstatus, die Dauer des Aufenthalts und die finanzielle Belastung für das System überprüfen. Ergebnis? Eine signifikante Reduzierung der unberechtigten Leistungsbezüge, was zu einer Einsparung in Millionenhöhe führte und die Ressourcen für bedürftige Einheimische freisetzte. In Gelsenkirchen wurde beispielsweise von einer Abnahme der Armutszuwanderung um über 20 Prozent nach Einführung dieser Kontrollen berichtet, was die Integration derjenigen fördert, die tatsächlich arbeiten wollen. In Dortmund wurde die Praxis mit Jobcentern verfestigt, die regelmäßig Nachweise über Erwerbstätigkeiten fordern. Bei Nichteinhaltung folgte der Entzug der Freizügigkeit. Hagen ergänzt dies durch Integrationskampagnen in den Herkunftsländern, um Missverständnisse über das deutsche Sozialsystem vorzubeugen.

    Diese Beispiele zeigen, dass der Ansatz nicht nur rechtlich haltbar ist, sondern auch praktikabel und wirksam. Der EuGH hat in vergleichbaren Fällen bestätigt, dass solche nationalen Maßnahmen mit dem EU-Recht vereinbar sind, solange sie verhältnismäßig und nicht willkürlich angewendet werden. Die Umsetzung in Magdeburg könnte ähnlich gestaltet werden. Die Stadtverwaltung soll ein standardisiertes Verfahren entwickeln, das auf den Vorgaben des SGB II und des Freizügigkeitsgesetzes EU basiert. Dazu gehört eine regelmäßige Überprüfung der Erwerbstätigkeit, zum Beispiel durch Lohnnachweise oder das Jobcenter, eine Frist von drei Monaten für die Aufnahme einer Arbeit und klare Kriterien für unzureichende Tätigkeiten, etwa weniger als 15 Stunden wöchentliche Arbeit oder Einkünfte unterhalb des Existenzminimums. Bei Verstoß würde der Entzug der Freizügigkeit per Bescheid erfolgen, gekoppelt mit einem Sofortbeschluss des Bürgergeldes und einer Ausreisefrist von 30 Tagen. Dies würde nicht nur eine finanzielle Entlastung bringen, sondern auch die Attraktivität der Stadt für echte Arbeitsmigranten steigern. Zudem stärkt es das Vertrauen der Bürger in die Verwaltung und zeigt, dass der Missbrauch konsequent bekämpft wird.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Antrag eine notwendige Anpassung an die Realitäten der EU-Freizügigkeit darstellt. Er schützt das deutsche Sozialsystem vor Überlastung, fördert faire Integration und orientiert sich an bewährten Modellen aus NRW. Die Stadt Magdeburg hat die Chance, hier Vorreiter in Sachsen-Anhalt zu werden und ein Signal gegen Sozialmissbrauch zu setzen. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und beende meine Ausführungen.



  • Der Antrag ist unzulässig und unbegründet. Unzulässig deswegen, da er sich auf den übertragenen Wirkungskreis bezieht und entsprechende Anweisungen an die Oberbürgermeisterin schlicht und ergreifend nicht gestattet sind an dieser Stelle.

    Und unbegründet, weil, das nehme ich jetzt einfach mal als Kompliment für die Ausländerbehörde mit, das was die nämlich alles wollen, machen wir schon lange. Natürlich gibt es die entsprechenden Absprachen. Wenn ein EU-Ausländer in Magdeburg ansässig ist und nach sechs Monaten wir vom Jobcenter die Mitteilung bekommen, dass er Sozialleistungen bezieht, dann wird er natürlich einbestellt, das Ganze wird geprüft und notfalls muss er auch ausreisen.

    Also diese Prozedere gibt es, die gibt es in jeder deutschen Stadt, bei jeder großen Ausländerbehörde. Da braucht es dieses Antrages nicht zu, das setzen wir sowieso um.



  • Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,

    das ist jetzt der dritte Antrag in Folge, der sich mit der Sicherheit in den öffentlichen Verkehrsmitteln beschäftigt. Sie werden sich sicherlich erinnern, wir hatten vor zwei Sitzungen hier einen Tag gestellt, Hausverbote für Kriminelle in den öffentlichen Verkehrsmitteln durchzusetzen. In der letzten Stadtratssitzung hatten wir beantragt, den Einsatz von Bodycams bei Mitarbeitern der MVB und das ist jetzt quasi der dritte Antrag in Folge, der dazu dienen soll, die Sicherheit in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erhöhen.

    Und der Antrag lautet wie folgt: Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt, unverzüglich mit der Geschäftsführung der Magdeburger Verkehrsbetriebe in Gespräche einzutreten. Ziel ist es, bei den Abend- und Nachtfahrten möglichst viele Fahrzeuge mit funktionsfähiger Videoüberwachungstechnik einzusetzen.

    Zur Begründung: In den Bussen und Bahnen der MVB kommt es in so vielen wie in vielen großen Städten in Deutschland wiederholt zu rohes tätigen Körperverletzungen, Bedrohungen und anderen strafbaren Handlungen. Insbesondere in den späten Abend- und Nachtstunden. Viele dieser Vorfälle können aus Mangel an aussagekräftigen Beweismitteln weder vollständig aufgeklärt, noch gerichtsfest nachgewiesen werden, weil häufig in diesen Zeiten Fahrzeuge ohne Videoüberwachungstechnik im Einsatz sind. Dies führt dazu, dass Täter, häufig handelt es sich um Wiederholungstäter, faktisch mit einer sehr geringen Entdeckungs- oder Bestrafungswahrscheinlichkeit rechnen können. Es entsteht der Eindruck eines teilweise rechtsfreien Raums im öffentlichen Personennahverkehr, was das subjektive Sicherheitsgefühl vieler Fahrgäste, vor allem Frauen, älteren Personen und Jugendlichen, erheblich negativ beeinträchtigt.

    Eine konsequente Priorisierung von Fahrzeugseite über Videoüberwachung in den kritischen Betriebszeiten kann hier wirksam gegensteuern. Bereits vorhandene Kamerasysteme in Teilen der Fahrzeugflotte, insbesondere bei den neueren Fahrzeugen, liefern in der Praxis wertvolle Beweismittel, wirken präventiv und erleichtern die Strafverfolgung erheblich. Vor diesem Hintergrund ist es geboten, die Disposition so anzupassen, dass Fahrzeuge mit Videoüberwachungstechnik in den Abend- und Nachtstunden und am Wochenende Nachtstunden bevorzugt zum Einsatz kommen.

    Diese Maßnahme stellt eine verhältnismäßige, zielgerichtete und kostengünstige Ergänzung zu den bereits bestehenden Sicherheitskonzepten der MVB dar. Sie würde das Vertrauen in den ÖPNV als sicheres Verkehrsmittel nachhaltig stärken und einen wichtigen Beitrag zur Steigung der Attraktivität des Nahverkehrs in Magdeburg leisten.

    Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.



  • Marcel Guderjahn Gartenpartei

    Nach der Geschäftsordnung § 14 Abs. 5 beantrage ich 15 Minuten Pause bzw. eine Unterbrechung, danke.



  • Ich hatte ja in der letzten Stadtratssitzung schon angekündigt, dass wir was zum Thema Parkdruck während der Spiele beim FCM in Ostelbien machen möchten. Wir sehen ja dieses Dilemma schon seit ewigen Jahren. Es gibt dazu schon etliche Anträge, aber kein Antrag hat jemals zu mehr Erfolg geführt. Das Problem ist nach wie vor vorhanden.

    Vielleicht würde sich die Situation ändern, wenn es da mal eine Entlastungsstraße gäbe in Ostelbien, wo man dann vielleicht entsprechende Parkplätze in dem Bereich anlegen könnte und einen entsprechenden Shuttle-Service einrichten könnte. Dessen ungeachtet gibt es ja schon so eine Art Park-and-Ride-Service, aber der wird scheinbar nicht genutzt. Und wir wollen mit unserem Prüfantrag quasi, dass jetzt endlich mal Nägel mit Köpfen gemacht werden, dass tatsächlich mal ernsthaft das Problem angegangen wird und die ständige Ärgernis sowohl für die Stadionbesucher oder Veranstaltungsbesucher als auch für die Anwohner irgendwie mal beseitigt wird.

    Und daher heißt unser Antrag wie folgt: Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt zu prüfen, wie ein Park-and-Ride-Service genutzt oder errichtet werden kann, um den temporären Parkdruck und die Verkehrsbelastung bei Spielen des 1. FC Magdeburg sowie anderen Großveranstaltungen im Bereich Krakau-Brückfeld zu reduzieren. Die Prüfung soll insbesondere Optionen zu zeitweiligen Nutzung geeigneter Flächen als Parkplätze zur Steigerung der Auslastung bestehender Parkflächen zur Verbesserung der Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr zum zeitlich begrenzten Einsatz von Shuttle-Bussen sowie zu flankierenden Maßnahmen wie Informationskampagnen oder Anreizsystemen umfassen.

    Nochmal zur Begründung: Das Problem ist ja allseits bekannt im Stadtrat vielfach diskutiert worden. Besonders bei Heimspielen des 1. FC Magdeburg entstehen regelmäßig massive Verkehrsbehinderungen. Staus im Osten der Stadt belasten nicht nur die Anwohner in Krakau und Brückfeld, sondern auch den Durchgangsverkehr. Während der Spiele besteht im erweiterten Umfeld des Stadions ein enormer Parkdruck. Kombinierte Events etwa mit Veranstaltungen in den Messehallen, im Elbauenpark oder in der Getec-Arena verschärfen das Chaos, da tausende von Fahrzeugen gleichzeitig anreisen und Parkplätze gesucht werden. Mit der Stadthalle, der Hyperschale und dem Messeplatz Max-Wille besitzt Magdeburg weitere bedeutende Veranstaltungsorte, die sich ebenso in Ostelbien befinden und das Problem noch verschärfen.

    Ziel des Prüfantrages ist es, den bestehenden Parkdruck und die Verkehrsbelastung bei den Spielen des 1. FC Magdeburg zu reduzieren. Park & Ride ist ein bewährtes System, das in vielen Städten dabei hilft, unerwünschten Verkehr aus sensiblen Stadtbereichen fernzuhalten. Im Magdeburg hingegen wird das vorhandene Park & Ride System bisher nur unzureichend genutzt, was zu einer chronischen Unterauslastung führt und das Potenzial dieses Instruments kommunaler Verkehrspolitik nicht ausschöpft.

    Bereits im Januar 2023 diskutierte der Stadtrat einen Antrag der Gartenpartei zur Errichtung von Park & Ride Flächen am Stadtrand. Die Stellungnahme zum Antrag und ein nachfolgender Test von Vertretern des Automobilclubs Europa zeigten eine geringe Attraktivität des bestehenden Park & Ride Systems deutlich auf. Die Prüfung könnte Abhilfe schaffen, indem bewährte Ansätze aus anderen Städten auf Magdeburg übertragen werden. Der Antrag soll als Baustein zur Reduzierung der Verkehrsbelastung in Ostelbien verstanden werden und die veranstaltungsbezogene Einbindung von Park & Ride in bestehende Initiativen der Stadt Magdeburg bewirken.

    Ich denke mal, das was in anderen Städten möglich ist oder umgesetzt wird, müsste auch in einer gewissen Form in Magdeburg möglich sein. Es wäre jedenfalls nicht zu erklären, warum das hier nicht gehen sollte und daher halten wir diesen Prüfantrag für richtig und wichtig. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.



  • Burkhard Moll Tierschutzpartei

    Zum Antrag zur Sicherung des Bundesstützpunktes Schwimmen in Magdeburg möchte ich alle Stadträte hier um die Zustimmung bitten. Seit Anfang dieses Jahres ist das große Becken unserer Elbeschwimmhalle laut digitaler Stadtseite wegen auffälliger Messwerte an der Dachkonstruktion geschlossen. Es gibt bis heute keine richtigen Lösungsvorschläge seitens des KGM.

    Unsere Schwimmstars müssen ihr tägliches Training in Hallen umdisponieren, in andere Hallen umdisponieren, was einen gewaltigen Aufwand bedeutet. Auch andere Sparten wie Polizei, Feuerwehr, der Sportclub Magdeburg, der Kinderschwimmunterricht und nicht zuletzt auch das normale Schwimmen leidet sehr darunter.

    Wir als Stadträte möchten nicht nur wissen, was nicht geht, sondern wir wollen wissen, was wann, wo, wie gemacht werden kann, um die Sanierungsarbeiten voranzubringen. Dieses sollte dann zügig vorangetrieben werden, sodass die Nutzung des großen Schwimmbeckens schnellstmöglich wiederhergestellt wird. Ansonsten sehen wir die Gefahr, dass unser Bundesstützpunkt Schwimmen in Magdeburg nicht gehalten werden kann. Ich bitte hiermit alle um Zustimmung.



  • Herr Reum ist ja da, ich bitte darum, dass Herr Reum gleich mal dazu Stellung nimmt und sagt, wann die Lösung fertig ist.



  • Natürlich ist das eine gefährliche prekäre Situation für die Elbeschwimmhalle und ich kann Ihnen versichern, dass wir natürlich von Seiten der Stadtverwaltung alles daran setzen, um diesen Bundesstützpunkt dementsprechend zu erhalten und dass wir auch dementsprechend sämtliche Prüfungen, die derzeit durchgeführt werden bezüglich der Betonfestigkeit, auch durchführen. Es sind weitere Prüfungen vorgenommen worden. Hier geht es vor allen Dingen um die Dachdurchbiegung, die von außen eben auch nur durchgeführt werden kann. Auch das Ganze ist schon beauftragt und das müssen wir tatsächlich noch abwarten. Wir gehen davon aus, dass wir jetzt im Laufe des Monats die Ergebnisse vorliegen haben.

    Ich kann Ihnen aber nur versichern dadurch, weil es natürlich in unserer Interessenslage steht, dass wir parallel auch schon an allen Szenarien arbeiten, die diese Prüfungen ergeben könnten, um hier keinen weiteren Zeitverlust durchführen zu können. Also was Lastenreduzierung oder eventuelle Stützsysteme angeht, wenn es denn tatsächlich auch dahin gehen sollte. Diese Prüfungen werden gerade alle durchgeführt und wir haben im BSS dazu sehr ausführlich informiert und werden natürlich auch sobald die Ergebnisse vorliegen und wir wissen, und das kann glaube ich auch Hagen Reum von KGM bestätigen, wir sind hier im ständigen Austausch, werden wir sie informieren.

    Wir haben bisher diese 200 Besucherinnen und Besucher, die wir ja in der Elbeschwimmhalle haben, wirklich auch eine große Solidarität unter den Vereinen erfahren, weil wir haben einerseits natürlich den Leistungssport, aber auch den Breitensport, den es abzudecken gilt und auch der Schulsport ist gesichert. Also wir arbeiten an der Lösung, wir können aber leider die Prüfungen nicht weiter beschleunigen und deswegen arbeiten wir auch schon an den verschiedenen Szenarien, die dann halt dementsprechend vielleicht rauskommen könnten.



  • Ja, ich hoffe nur, dass wir da wirklich eine vernünftige Lösung finden, weil zurzeit ist es ja so, dass viele Schwimmer auf die Diesdorfer geschickt worden sind und dass viele Schwimmer aus der Diesdorfer Straße, die Jahrestickets hatten, ja schon ihre Jahrestickets zurückgegeben haben. Da geht alles drunter und drüber, musste ich mir am Wochenende wieder erklären lassen, von welchen die Dauerkarten haben. Also so kann es ja nicht weitergehen, muss das so sagen.

    Mich interessiert auch, wenn es im Bildungsausschuss jetzt war, hier nochmal ganz genau, wann sollen die Untersuchungen fertig sein? Mit wie viel rechnen wir denn, wie viel Geld würden wir denn brauchen? Kriegen wir das im Haushalt noch hin oder müssen wir warten, bis die Haushaltssperre vorbei ist im nächsten Jahr?



  • Ich kann da gerne auch nochmal zu dem Kollegen Hagen Reum von KGM hingucken, aber die Ergebnisse müssten im Laufe dieses Monats festlegen. Wissen Sie, das Problem ist, dass eine Prüfung häufig eine weitere Prüfung nach sich zieht. Das ist tatsächlich so. Wir sind gerade in einer Prüfungsökonomie und alleine jetzt schon für diese ganzen Prüfungen und Maßnahmen liegen wir in einem kleineren sechsstelligen Bereich. Das ist es uns wert, weil wir eben diese Situation haben.

    Ich habe ja gerade gesagt, 200.000 Besucherinnen und Besucher, die kriegt man natürlich nicht einfach so wegkompensiert. Aber ich denke, dass es unter diesen Umständen uns bestmöglich gelungen ist. Da steht natürlich der Schulsport ganz weit an vorderster Stelle, es steht der Vereinssport weit oben und natürlich ganz oben auch der Bundesstützpunkt.

    Die Trainingseinheit selber ist in diesem Monat aber auch in Spanien unterwegs, weil wir auch immer in ganz enger Abstimmung mit Herrn Berghahn und seinem Trainingsteam sind. Wir müssen da alle jetzt tatsächlich durch und welche Kosten damit einhergehen, das hängt natürlich von den Ergebnissen dieser Prüfungen aus. Das kann ich Ihnen jetzt noch nicht sagen.



  • Philipp Händler GRÜNE/future!

    Grundsätzlich sind wir natürlich auch dafür, den Schwimmsport zu sichern und die Möglichkeiten zu geben. Ich habe jetzt vernommen, dass alles Mögliche getan wird, um das zu sichern.

    Ich frage mich gerade, ob der Antrag nicht als erledigt angesehen werden kann, weil die Information stattfand und auch in der März-Sitzung sogar wie gefordert, von daher ist er doch eigentlich erledigt, oder?



  • Burkhard Moll Tierschutzpartei

    Ne, also erledigt kann man das nicht hinnehmen, weil das klingt nach wie vor Trößung, weil es wird ja immer wieder ein neues Gutachten, noch ein Gutachten und wie auch in der Volksstimme zu lesen war, gibt es ja auch schon eine kleine Erklärung am Rand, die Elbeschumhalle ist ja gar nicht für diese lange Zeit gebaut worden.

    Das erinnert mich ein bisschen an die Stadthalle, stand in der Volksstimme drin, die Elbeschumhalle, dass der Baukörper ist nicht für so lange Betreibungszeit gedacht eigentlich und wir wollen wissen, welche Maßnahmen da jetzt geplant sind und dass es schnell geht und darum ist ja im Antrag auch beschrieben, dass wir praktisch da schnelle Maßnahmen wollen und dann auch informiert werden als Stadträte.



  • Ja, liebe Stadträte, wie Sie schon den Ausführungen der Bürgermeisterin entnommen haben, ist das natürlich kein Thema, was der KGM alleine bearbeitet. Im Gegenteil, es ist ja eigentlich eine Kernsportstätte, was beim FÖ40 normalerweise liegt. Aber die Verwaltung nimmt natürlich alle Anstrengungen an, das schnellstmöglich mit geballter Kraft zu lösen. Deswegen bin ich natürlich auch hier mit in dieser Lösungsfindung beteiligt.

    Es ist auch nicht so, dass es nur ein Problem ist, sondern es sind viele Probleme. Wir haben es hier innerhalb der turnusmäßigen Untersuchungen mit bestimmten Feststellungen zu tun gehabt. Anfänglich war es tatsächlich die Betonfestigkeit, die hier Mangel ausgewiesen hat. Mittlerweile habe ich hier tatsächlich schon ein bisschen Entwarnung im Gepäck, das kann ich Ihnen sagen. Also die Betonfestigkeit, die Druckfestigkeit, die ist tatsächlich gar nicht so schlecht, wie ursprünglich aus den ersten kleineren Untersuchungsbohrkernen festgestellt wurde. Das konnten wir jetzt mittlerweile verifizieren.

    Aber es ist eben auch noch mehr an diesen alten Bauteilen nicht mehr ganz in Ordnung. Das ist nämlich auch die CFK-Lamellen, die man bei den Sanierungsmaßnahmen etabliert hatte, die Hohllagen aufgewiesen haben, wo die Prüfingenieure gesagt haben, das müssen wir herausfinden, woran es liegt, dass da Hohllagen sind. Ist das mit der Erstsanierung gefuscht gewesen, dass man das damals nicht festgestellt hat in der Abnahme? Sind das tatsächlich Verwindungen aus Prozessen in diesen Trägerlagen, die eine Ursache haben und dementsprechend auch abgestellt werden müssen? Wir haben es mit Schublaschen zu tun, die wir momentan festgestellt haben, die nicht mehr fest im Verbund sind. Und genau daran arbeiten eben viele Ingenieure jetzt aktuell gleichzeitig.

    Wir haben spezialisierte Büros eingeschaltet, die sich mit den CFK-Lamellen auseinandersetzen. Wir haben einen Tragwerksplaner im Hintergrund, der die Unterstützungsmaßnahmen für diese Untersuchung rechnet. Denn tatsächlich ist es ja so, wir haben es mit Spannbetonelementen zu tun und die Spannglieder, das haben Sie ja alle aus den Brücken mittlerweile gelernt, wenn die nachher aus Korrosionsgründen versagen, das ist ein spontanes Versagen wie bei der Korola-Brücke, dann haben wir nichts gekonnt. Und das gilt es erstmal fundiert auch fachlich konstruktiv auszuschließen, dass hier irgendein Schaden eintritt, der nachher mit Problemen verbunden ist, dass wir die Halle eben zum Einschuss bringen. Und da müssen Unterkonstruktionen gerechnet werden. Da gibt es natürlich auch verschiedene Möglichkeiten von der Lastreduzierung über die Unterspannungen.

    Und wir dürfen auch nicht vergessen, die Untersuchungen, die wir jetzt gerade machen, die sind auch nicht ohne weiteres innerhalb von kürzester Zeit möglich gewesen, weil zum Beispiel die, Sie kennen die Halle ja sicherlich auch von der Grundgeometrie, wir haben über dem Sprungturm ein erhöhtes Dach und die Trägerlagen, die dieses erhöhte Dach ausmachen, die sind von der Außenseite nur übers Dach erschlossen. Ja, da muss man aufs Dach drauf und auch wenn wir heute uns alle schon mal an den Frühling gewöhnen durften mit hohen Temperaturen, vor zwei Wochen war da noch Schnee und wir kamen nicht auf das Dach. Auch diese Begutachtung dieser außenliegenden Flanken der Stahlbetonbinder war jetzt erst möglich und fließt in diese Ergebnisse ein.

    Und Sie haben ja nach klaren Zahlen, Daten, Fakten gefragt. Also wir haben jetzt eine Prognose der Planungsbeteiligten, dass wir im März einen überwiegenden Teil der Untersuchungen abschließen können. Aber die metallurgischen Untersuchungen, die Spanstahlentnahmen und Laboruntersuchungen, die werden tatsächlich erst im April möglich sein, wenn vorher geklärt ist, dass wir die Binder auch temporär sichern können. Und sollte der Spanstahl so gefährdet sein, dass er nachgibt, dass auch der Binder eben nicht runterkracht während dieser Untersuchung. Dafür müssen Konstruktionen errichtet werden, Gerüste erstellt werden. Und das Ganze ist auch nicht so einfach, weil da stellt man nicht bloß einen Gerüsttrum über so ein Riesenbecken, sondern da sind auch noch Kellersituationen, eine Gründungssituation, die einfließen muss. Und da können Sie sich darauf verlassen, sind einige renommierte Ingenieurbüros dran, die hier Lösungen am laufenden Band suchen.

    Und ich habe die große Hoffnung, dass wir im April zumindest mit den Ergebnissen ein Sum-up machen können und dass wir spätestens im Mai eine klare Aussage haben, ob wir die Halle wieder bedenkenlos öffnen können und eine dauerhafte Lösung haben. Am Ende des Tages sind wir auch bestrebt, eine Lösung zu finden, die nicht nur jetzt gilt und die nächsten 14 Tage, sondern auch für den Zeitraum, bis wir ein Leistungszentrum in Ost-Elbien auch gebaut haben, sodass wir auch eine Sanierung und eine Überarbeitung des Gebäudes in Augenschein nehmen können. Und wir dürfen nicht vergessen, das Gebäude ist von 1962 und hat seit Eröffnung immer wieder Probleme gemacht, gerade aus der schlanken Bauweise mit der Stahlbetonkonstruktion. So viel von meiner Seite.



  • Ich will jetzt nicht alles wiederholen, was die anderen vorgesagt haben. Der Antrag ist tatsächlich nicht erledigt. Höchstens der Halbsatz, dass wir einen aktuellen Sachstand haben. Einen Sanierungsplan haben wir definitiv noch nicht. Das ist für mich der erste Punkt, weshalb das nicht erledigt ist.

    Das zweite ist definitiv, dass wir ein Bekenntnis dazu geben, dass unsere wichtigste Schwimmhalle innerhalb der Stadt, auch die einzige, die den ganzen Sommer unter Wettkampfbedingungen und auch in Wettkampflänge, die 50 Meter sind da relativ entscheidend, ganzjährig geöffnet ist. Das ist also nichts, wo wir irgendwie mal darauf verzichten können oder wo wir jetzt sagen, das ist jetzt was, das können wir mal ein bisschen vorne oder hinten anschieben.

    Wir sind nicht umsonst Bundesstützpunkt, wir sind nicht umsonst nationales Leistungszentrum, haben den Zuschlag für die nationale Schwimmhalle erhalten. Und ich habe gerade mal das Thema Schwimmhalle oder Schwimmhauptstadt Deutschlands in Google eingegeben. Die KI sagt Magdeburg. Damit wir das bleiben, müssen wir dieses Thema nachdrücklich behandeln, dazu stehen, das mit diesem Antrag einmal untermauern.

    Deswegen haben das viele Fraktionen gegengezeichnet. Und dieser Antrag ist Ausdruck dafür, dass wir dahinter stehen, dass wir Bundesleistungszentrum bleiben wollen, dass wir nationales Schwimmzentrum bleiben wollen, denn Magdeburg ist die Schwimmhauptstadt Deutschlands.



  • Die Fraktion Die Linke, naja, auf Google-Einträge alleine würde ich mich noch nicht verlassen wollen, aber schön, dass da mal was steht, was unserer Stadt zum Ruhme gereicht, das ist ja nicht immer so. Vielen Dank auch, dass Herr Reum sprechen durfte und für mich dann doch mal konkret uns mitgenommen hat in die Elbehalle und auch viel verbildlicht hat.

    Ich muss sagen, den für mich undurchsichtigen Ausführungen der Beigeordneten konnte ich leider nicht entnehmen, außer dass eine Prüfung die nächste jagt und sie alles machen, was nötig ist. Aber insofern bin ich schon froh, jetzt mal was Konkretes gehört zu haben. Ich möchte es mit der Bitte verknüpfen, Herr Rehbaum, dass wir auch in der nächsten Sitzung des Betriebsausschusses KGM, nicht nur im BSS, sondern auch im KGM, dann fortlaufend über die Vorhaben dort informiert würden.

    Was ich allerdings dann doch den Aussagen von Frau Stieler-Hinz entnehmen konnte, ist, dass sie ja alle Szenarien, die da nur irgendwie greifen könnten, durchprüfen. Ist da auch das Szenario dabei, Bau einer neuen Halle, eine Ersatzhalle für die Elbehalle? Ich knüpfe mal an Herrn Moll. Wenn man jetzt also überraschend aufgrund der Havarie feststellt, so habe ich es ja hier erfahren, dass die Elbehalle ihr Betriebsalter eigentlich schon längst überdauert hat, ist das ja kein Tag zu früh.

    Und dann würde das ja schon tatsächlich die Frage nach sich ziehen, also wenn wir jetzt mal weiter als die aktuelle Wahlperiode denken, was denn mit den Hallen hier werden soll, wenn wir denn, wie Herr Rohne sagt, die Schwimmhauptstadt Deutschlands tatsächlich hoffentlich sind. Also dann wird es ja mit einer kleinen Zwischenreparatur wohl nicht allein geheilt sein. Und die Olympiahalle ist ja noch nicht die Elbehalle, die da irgendwann aus der Elbe kommen soll. Also ist das auch ein konkretes Szenario? Und wenn ja, was können Sie uns heute schon dazu sagen? Das interessiert mich wirklich brennend.



  • Stephan Papenbreer Tierschutzpartei

    Lieber Oliver, ich höre dir gerne zu, aber ich kann dir nicht ganz zustimmen. Also aus beiden Statements höre ich eventuell bis Ende des Monats, schnellstmöglich. Viele Probleme, die Bestandsfestigkeit ist gar nicht so schlecht. Das gilt es erstmal fachlich von dir zu prüfen.

    Vor zwei Wochen war da noch Schnee, also ich hätte lieber gehört. Gott sei Dank ist seit zwei Wochen kein Schnee mehr da und wir können etwas tun. Bis März, einen überwiegenden Teil der Prüfungen könnten abgeschlossen sein. Ich erwarte einen klaren Zeitplan der Beauftragung der Ingenieure bis zum 31.03. sind die Termine, den Ingenieuren klar zu sagen, bis dann und dann brauche ich von dir das Ergebnis, zu den Bauleuten, bis dann und dann brauche ich das Ergebnis, damit wir bis zum 30.04. dem Stadtrat spätestens die Ergebnisse vorlegen können. Das erwarte ich von einer klaren Planung und keine Eventualitäten, sondern eine klare Zielsetzung auch im Bereich der Ingenieurbüros, wann wird es fertig. Danke.



  • Dr. Thomas Wiebe SPD/Tierschutzallianz/Volt

    Herr Reum, so richtig beruhigt bin ich nach Ihrem Statement ehrlich gesagt nicht. Was den Zeitplan betrifft, kann ich meinem Vorredner nur beipflichten.

    Was mich umtreibt, ist, ob die Stadtverwaltung an dem Plan B arbeitet, weil, was ich befürchte, wir haben dann zwar schöne neue Schwimmhalle für Leistungssport, aber wir haben keinen Bundesstützpunkt für Leistungssport mehr, weil die Schwimmer inzwischen woanders schwimmen. Was ich denen auch nicht verdenken kann, weil die stehen unter Leistungsdruck. Und das muss ich ganz ehrlich sagen, das treibt mich schon ein bisschen um und da würde ich auch schon möglichst schnell erwarten, dass da was kommt.

    Übrigens, Oliver Müller, eine Idee finde ich ja sehr charmant, muss ich mal so sagen. Wir bauen eine neue Schwimmhalle und die bauen wir mit der Gedeck zusammen und das kann ja nur Kosten sparen. Also das würde ich jetzt auch nochmal hier mitgeben wollen.



  • Ja, wie ich denn immer so schön anfange, also ich habe persönlich sehr große Bauchschmerzen. Warum? Ich erinnere mich daran im Verwaltungsausschuss, das ist Monate her, wie Herr Rehbaum sich hinstellt und sagt, die Brücken sind alle zu retten, die Spanndrähte sind noch so super in Ordnung, das funktioniert, ich glaube, die können wir erhalten. Drei Tage später haben wir in der Volksstimme gelesen, die Brücken müssen abgerissen werden. Und so hat sich das Statement heute auch angehört, was ich gehört habe.

    Also ich glaube persönlich nicht daran, dass die Elbeschwimmhalle gerettet werden kann, ich glaube, die werden wir abreißen in den nächsten Monaten, weil es gar nicht mehr möglich ist. Also das glaube ich eher und jetzt muss ich wirklich mal über meinen Schatten springen und Herrn Dr. Wiebe recht geben, wo ist der Plan B dafür? Das würde ich auch sagen. Also ich muss mal so sagen, ich traue mich eigentlich so weit raus, ich verlange einfach von der Beihordneten, dass wir zur nächsten Stadtratssitzung eine Drucksache haben für Plan B. Was machen wir? Ich glaube wirklich, dass das nicht zu retten ist.

    Und weil ich ja immer so offen bin, muss ich auch hier ganz offen mal die Frage stellen, wer hat eigentlich die Verantwortung dafür, dass die Halle so ist, wie sie ist? Wer hat denn jahrelang nichts investiert? Das Amt 40 oder wer war dafür zuständig? Das würde mich schon mal interessieren. Das ist ja bei allen anderen Bauten auch so. Gucken wir uns das Technikmuseum an, was da läuft, läuft auch nichts. Das Dach, es gab so viele Anträge, das Dach zu sanieren, bis heute nichts gemacht, da regnet es durch. Edeka Arena, habe ich in der Zeitung gelesen, ich war eigentlich erschrocken darüber, es regnet während des Spiels durch. Das wissen wir alles und die macht wird nichts, sehr schade.



  • Ja, Bauchschmerzen, glaube ich, haben wir alle hier im Saal. Nicht nur Herr Zander, sondern wir alle haben Bauchschmerzen, wenn wir an die Elbeschwimmhalle und an das Leistungszentrum denken. Ich habe auch mitgenommen, bis Mai sollte es dann die Aussagen geben, wie der Sanierungsbedarf nun wirklich ist, was nun wirklich gemacht werden muss. Dann werden wir auch wissen, was es kostet. Und es wird sicherlich eine Stange Geld kosten, aber dieses sollte es uns wert sein, das wurde ja schon gesagt.

    Wir müssen auch an den Olympiastützpunkt denken und wir müssen daran denken, dass, Herr Wiebe hat das schon so treffend gesagt, dass wir dann auch noch Schwimmer haben, die den Olympiastützpunkt nutzen können, weil die nämlich nicht abgewandert sind. Und deshalb hoffe ich einfach mal, dass so gut und so schnell, wie das mit den Brücken funktioniert hat, mit dieser Taskforce, wie auch immer, dass es hier auch so geht und diese Sanierung der Elbehalle, die müsste eigentlich wirklich zur Chefsache gemacht werden.

    Ich habe so ein bisschen die Befürchtung bei den vielen Baustellen, die wir haben, dass wir auch wirklich dazu kommen, wir haben immer die Prioritäten eingefordert. Wir erinnern uns, wir reden immer von Prioritäten und Plan B und, und, und. Aber wir müssen jetzt wirklich aufpassen, dass uns das nicht irgendwie unten runter rutscht, sondern dass wir wirklich, das Bekenntnis ist da, wir wollen das, wir müssen die Schwimmhalle entweder ertüchtigen oder, wie gesagt, neu bauen, wenn es wirklich nicht funktioniert. Die Frage ist wieder, wo? Also Fragen über Fragen.

    Wir brauchen Antworten und vor allen Dingen, wie gesagt, einen Zeitplan, das wurde auch schon gesagt, einen Zeitplan und ich hoffe wirklich sehr, dass wir am Ende genauso wie bei den Brücken sagen können, es ist gut gelaufen und wir sind dabei und wir konnten sowohl die Schwimmhalle als auch den Stützpunkt retten.



  • Ich möchte mal ganz kurz die Worte von Stadtrat Rösler wiederholen vom Donnerstag: Abstimmungen akzeptieren und müssen auch Bestand haben.

    Deshalb hätte ich jetzt gerne mal die Frage: In der Begründung steht, dass es auch Sachgründe gibt, die dafür sprechen, eine teure Prüfung zu verschieben. Welche Sachgründe sind denn das?



  • Dr. Thomas Wiebe SPD/Tierschutzallianz/Volt

    Ein Grund ist ja, dass er in eine Bundesstraße verlegt werden muss, und das liegt ja nun überhaupt gar nicht im Bereich der Stadt Magdeburg, das ist wenn überhaupt Landesrecht und das ist zum Beispiel ein Grund als Begründung.

    Und vom Geld will ich jetzt gar nicht reden, aber das ist noch eine andere Sache.



  • Ja, wirklich haarsträubend, wie die SPD jetzt versucht, demokratische Beschlüsse einfach wieder rückgängig zu machen, weil, wie es ihnen gerade passt. Die Verwaltung ist beauftragt mit dem Antrag, der erst beschlossen worden. Und dann müssen wir das jetzt so umsetzen.

    Dann müsst ihr einfach durchhalten, das einfach ertragen. Das ist Demokratie. Vielen Dank.



  • Naja, ich weiß nicht, ob das beim Schluss, als wir den Beschluss hier gefasst haben, mehrheitlich so klar war, was das auslöst. Also dass wir tatsächlich mit Ausschreibung und allem Drum und Dran, das wird jetzt richtig teuer.

    Wir hatten ja neulich eine Diskussion, da hat die Verwaltung gesagt, so 1000 Euro haben wir nicht. So, und jetzt kommen wir mit einer Sache, wo wir inhaltlich wissen, das werden wir nicht umsetzen. Also das ist wirklich so ein großes Projekt mit so einer geringen Priorität für die Stadtentwicklung, das wird nicht kommen.

    Und insofern stellt sich die Frage, die die SPD ja auch trifft, die stellt sich. So, ich bin total für diesen Antrag, das sollten wir machen aus haushaltspolitischer Vernunft.



  • Die Frage der Prüfung, das müssen wir durchführen und insbesondere, wenn man überlegt, auch wie es in der Begründung eigentlich drinsteht, dass der Eulenberg umwerben erschlossen werden soll und dass auch Firmen hinkommen, das braucht einfach eine vernünftige Infrastruktur.

    Und wenn wir davon reden, wie viel Geld wir woanders schon rausgeschmissen haben, dann können wir hier bis übermorgen noch setzen. Danke.



  • Madeleine Linke GRÜNE/future!

    Ich glaube, heute haben wir das schon an verschiedenen Stellen gehört, aber auf anderen Punkten hört man, dass wir zwar sehr engagierte Menschen haben im Bereich Verkehrsplanung, im Bereich Radverkehrsplanung, aber was manchmal nochmal helfen würde, so die ein oder andere Auffrischung zu machen und sich nochmal genauer aufreißen. Es ist ja auch viel in Bewegung. Es wird auch gerade viel an neuen Richtlinien gearbeitet, die durch STVO und so weiter.

    Deswegen war hier unsere Idee, dass man sich hier weiterbilden kann. So wie ich gehört habe, besteht da auch grundlegend Interesse im Bereich der Radverkehrsplanung. Deswegen ja, heute der dringende Wunsch dort zuzustimmen. Wir haben ja hier schon öfter darüber gesprochen, dass es sinnvoll ist, sich generell weiterzubilden. Ich denke, das gilt auch für unsere Mitarbeitenden. Deswegen bitte ich um Zustimmung.



  • Ich würde gern drei Sätze dazu verlieren. Bei einem Satz stört mich ein bisschen bei Ihrem Antrag, Frau Linke, dieses locker flockig geht dafür notwendigen Ressourcen werden bereitgestellt. In dem Budget, was Weiterbildung angeht, der mein Fachbereich 01 verantwortet, haben wir mal durchkalkuliert, was für Kosten entstehen bei diesen Weiterbildungen. Pro Person, wohlgemerkt pro Person, reden wir über 4000 Euro.

    Wenn wir das machen, müssen wir an anderen Stellen, zum Beispiel im Sozialen Wohnungsamt, wo sich regelmäßig die Gesetze ändern, Weiterbildung zurückstellen. Das mag sinnvoll sein, das können wir uns aber momentan schlicht und ergreifend nicht leisten. Sie haben geschrieben, mindestens eine Person, Frau Linke, mindestens.



  • Als Linke bedauern wir sehr, dass unsere städtische Wohnen und Pflegen GmbH sich mit der Aufgabe des traditionsreichen Zinke-Pflegeheims offenbar vom Stadtteil Sonnenburg als letzter kommunaler Pflegeeinrichtung verabschieden will. Ich kann mich noch an Diskussionen erinnern, das ist knapp zehn Jahre her, dort wurde auch von der Verwaltung argumentiert, dass es bedauerlich ist, was bestimmt auch stimmte, dass im Stadtteil Fermersleben und in benachbarten Stadtteilen keine kommunale Pflegeeinrichtung ist und wir unbedingt ein neues Heim dort bauen müssen, was wir dann auch für viel Geld getan haben.

    Offenbar hat man sich von dieser Strategie, die ja eine gute war, verabschiedet und nicht nur davon, sondern will sich jetzt auch von einem der größten und beliebtesten Stadtteile als kommunaler Pflegebetrieb verabschieden, nämlich dem Stadtteil Sonnenburg. Das können wir nicht schön finden, das wird auch sicherlich die Oberbürgermeisterin sofort verstehen.

    Was wir noch weniger schön finden können, ist folgender Umstand, den ich Ihnen allen gerne in die Erinnerung zurückrufen will: Es ist noch nicht einmal zwölf Monate her, dass wir hier in diesem Raum gerungen haben miteinander, wo denn künftig eine Obdachlosenunterkunft untergebracht werden soll. Die Verwaltung selbst hatte uns eine Drucksache vorgelegt, die für die Mehrheit des Stadtrates als nicht annehmbar erschien. Im Stadtteil Rothensee, also kurz vor der Stadtgrenze der A2, viel weiter ging ja kaum, neben dem Müllheizkraftwerk sinngemäß, da sollte die Einrichtung hin. Na ja, das ist da an der Peripherie, Herr Rupsch wird es wissen, das ist alles dort in der Gegend. Das wollten wir nicht und die Oberbürgermeisterin hat im Einklang mit dem Sozialbeigeordneten Dr. Gottschalk uns aufgerufen, uns alle aufgerufen, wir sollten dringend Vorschläge machen, welche Objekte in Frage kommen können, weil Ihnen selbst keine mehr eingefallen sind, welche Objekte in Frage kommen können für eine solche Einrichtung.

    Wir sind der Meinung, hier könnte ein solches Objekt sein. Wir wissen es natürlich nicht genau, wir sind ja keine Bauexperten wie Herr Reum etwa beispielsweise, aber eben um das festzustellen, wollen wir diesen Antrag mit ihrer Zustimmung heute beschließen, dass die Stadtverwaltung also auch die Gelegenheit nimmt, dieses Gebäude mal zu überprüfen, bevor kommunales Eigentum offenbar zerschlagen werden soll. Das können wir natürlich auch nicht gut finden, weil bevor das passiert, müsste eigentlich festgestellt werden durch uns, dass dieses Objekt für die Erfüllung kommunaler Aufgaben überhaupt nicht mehr benötigt wird. Ich frage mich, an welcher Stelle wir diesen Beschluss gefasst hätten. Also ich war jedenfalls nicht dabei, bitte helfen Sie mir weiter.

    Weiterhin verunsichert uns folgender Umstand. Es ist ja nicht das erste Gebäude, das im Rahmen der Zincke-Stiftung, wozu ja auch unser ehrenamtlicher Stadtortschronist Olaf Meister, darf ich sagen, schon mal geforscht hat. Nicht wahr, es sind nicht nur die Kirchenglocken, sondern ich kann mich erinnern, auch die Zincke-Stiftung hat schon da ein besonderes Talent für die Rate der Forschung hervorgerufen. Und es gibt dazu auch, glaube ich, eine Stellungnahme der Stadtverwaltung, schon ein bisschen alt, also ein bisschen länger her, aber wir werden ja alle nicht jünger. Ich auch nicht. Und da wurden die Fragen schon mal erörtert, wie weit es überhaupt möglich ist, Vermögen einer Stiftung, die ja offenbar mit einem bestimmten Zweck verbunden ist, nämlich in diesem Fall ja eigentlich ein Ort zu sein für die Versorgung von Armen oder meinetwegen notgeratenen Menschen, nun einfach mal so zu veräußern.

    Ich vermute mal, der Verdacht liegt ja nah und so ähnlich stand es, glaube ich, auch schon in der Volksstimme vor nicht allzu langer Zeit, dass mit dem Objekt ähnlich verfahren soll wie mit dem Nachbarhaus, was ja auch mal Bestandteil der Wohnen- und Pflegeeinrichtung war, wo dann privatwirtschaftlich betriebene Wohnungen eingerichtet worden sind. Da stellt sich natürlich für uns die Frage, wie kann das sein, wenn die Substanz des Gebäudes ja offenbar so schlecht ist, dass so horrende Sanierungen nötig sind. Ich erinnere an die Schwimmhalle, man wundert sich immer, bis gestern noch betrieben, plötzlich ist alles baufällig. Ja, aber das war nur so eine Parenthese. Dann fragt man sich, wie das für Menschen in der Privatwirtschaft, wo Renditen ja noch weit wichtiger sind als in der öffentlichen Hand, wie die das wirtschaftlich darstellen können, nur offenbar wir nicht.

    Ich erinnere daran, liebe Stadtverwaltung, liebe Kolleginnen und Kollegen, dass wir ja mit der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg einen wirklich kompetenten Partner in Sachen Immobilien haben, der sich auch mal freuen würde, nicht nur Mangelobjekte übertragen zu bekommen, wie beispielsweise das Haus der Lehrer, was er dann als Katharinenturm entwickeln darf, was wunderschön geworden ist, was sich wirtschaftlich fast nie rechnen wird. Das darf dann die WOBA machen, aber wenn es darum geht, andere Objekte vielleicht auch mal die WOBA zu fragen, ist das was, wo ihr vielleicht auch Wohnungen draus machen könnt, dann werdet ihr gar nicht gefragt. Dann wird offenbar klammheimlich beschlossen, nee, das verkaufen wir jetzt.

    Das ist, meine Damen und Herren, nicht die Arbeitsweise, die wir uns als Linksfraktionen wünschen, wenn es darum geht, kommunalpolitisches Vermögen zu wahren und bestenfalls zu mehren. Noch dazu, wenn nicht geklärt ist, wo Menschen in Not, Obdachlose künftig wohnen und leben sollen. Wir nehmen die Aufträge, die die Oberbürgermeisterin uns stellt, sehr ernst. Wir sagen, hier könnte ein solches Objekt sein, wo eine Obdachlosenunterkunft ist. Diese Prüfung soll bitte stattfinden und deshalb bitten wir Sie ganz herzlich um Zustimmung zu diesem Prüfantrag.



  • Simone Borris Oberbürgermeisterin

    Ich möchte Sie bitten, uns diesen Prüfauftrag nicht zu erteilen, aus verschiedenen Gründen. Zum einen ist es tatsächlich ein denkmalgeschütztes Objekt, dessen Sanierung erhebliche Kosten mit sich bringen würde und was wir uns als Stadt, glaube ich, gar nicht leisten können. Wir können auch keine Abschreibungen für denkmalgeschützte Gebäude geltend machen. Das ist ein weiterer Punkt. Ein Privater kann das sehr wohltätigen und ich habe mit dem Geschäftsführer der Wobau auch gesprochen. Er würde dieses Objekt gar nicht in seinem Bestand übernehmen wollen.

    Und ich würde auch davor warnen, eine weitere Immobilie, die dann vielleicht leer steht, in den städtischen Rahmen zu übernehmen. Wir müssten auch die Verkaufskosten an die Wohn- und Pflegen GmbH mit übertragen. Das heißt, das wäre ein nächster Aspekt, Geld in die Hand zu nehmen, was die Stadt derzeit nicht hat. Dann würde ich noch darauf hinweisen, dass wir ja sehr wohl die Aufträge des Stadtrates ernst nehmen und die Prüfungen, ob es geeignete Objekte geben könnte für die Obdachlosenbetreuung, noch laufen. Ihr Auftrag war auch, das möglichst zentrumsnah zu tun. Ich denke, die Hesekielstraße ist von der Anbindung her nicht so ganz zentrumsnah. Und im Umfeld, und das weiß der Müller ganz genau, gibt es auch entsprechende Pflegeeinrichtungen verschiedener Träger, sodass nicht zwingend ein Objekt der städtischen Wohnen und Pflegen dort vor Ort die Pflege anbieten muss.

    Hinweisen möchte ich auch darauf, dass die Wohnen und Pflegen sehr wohl auch in anderen Geschäftsfeldern unterwegs ist, nicht nur die stationäre Pflege anzubieten. Und das Objekt, was wir dort vorfinden, würde zum Beispiel auch die Kapazität einer Obdachlosenunterkunft, wie sie gewollt ist, nach dem Konzept, gar nicht ermöglichen. Wir haben dort Pflegeplätze 92 in Doppel- und Einzelzimmern, überwiegend Doppelzimmern. Und die Frage ist, wie ich auch Familienunterbringung an diesem Standort gewährleisten will, weil in den einzelnen Räumlichkeiten sind dann auch noch Tandem-Toilettenzellen.

    Und da ist auch die nächste Frage, selbst wenn ich die Sanierung stemmen kann als Stadt, wenn ich das hinbekommen sollte, dann ist die Frage, wie ich dann den laufenden Betrieb nachher auch sicherstelle in einem teuren Objekt. Das wird nicht funktionieren. Also ich würde dringend davon abraten, hier einen Prüfauftrag zum einen zu initiieren, weil die Prüfung wird kein anderes Ergebnis bringen. Und dann auch den Verkauf zu verzögern, weil das Objekt wird, und dem Lehrzug haben wir zugestimmt als Aufsichtsrat, wird zum 30.06. sukzessive freigezogen werden. Dann steht es da und dann verrottet das Ganze. Das können wir doch nicht wollen, wenn es jemanden gibt, der es kauft und da möglicherweise zu Wohnzwecken herrichtet.



  • Dr. Thomas Wiebe SPD/Tierschutzallianz/Volt

    Eigentlich muss ich jetzt nicht mehr viel sagen. Alles, was an Begründungen notwendig ist, dass wir das ablehnen, hat die Oberbürgermeisterin eben gesagt.

    Nur noch ein kurzer Hinweis: Das Grundstück, Quatsch, das Objekt gehört uns gar nicht. Und wir müssten es also kaufen von einer größeren Summe. Herr Müller wird gleich erklären, wo er das Geld dann hernimmt. Also wir lehnen es ab.



  • Ich kann Ihnen allerhand erklären, Dr. Wiebe, aber ich bin nicht der finanzpolitische Sprecher, bin ehrenamtliches Mitglied des Stadtrates und möchte erst einmal exakt im Vorfeld informiert werden. Ich bin nicht im Aufsichtsrat oder in Gesellschafterversammlung. Ich muss einfach wahrnehmen als Wahlbereichsstadt, wenn Sudenburg das offenbar kommunales Eigentum zerschlagen werden soll, ohne dass wir hier im Vorfeld tatsächlich Beteiligung finden.

    Ich finde das sehr interessant, was die Oberbürgermeisterin eben alles mündlich ausgeführt hat, aber das höre ich jetzt zum ersten Mal. Ich muss aber nicht nur ich, sondern wir alle sollten diesen Anspruch haben, auch das steht im KVG, dass wir natürlich rechtzeitig vorbereitet werden inhaltlich, eigentlich ja für mehrere Szenarien, so wie es vorhin zur Elbeschwimmhalle ja Frau Schiller-Hinz ausführte, auch wenn meine Frage leider unbeantwortet blieb, der Sitzungsleiter, was nun mit einem Ersatzbau wird, aber das nur am Rande.

    Diese Information, dass wir also in die Lage versetzt werden, tatsächlich gute Entscheidungen zu treffen, dass also mehrere Varianten aufgezeigt werden, das erleben wir hier fast nie, liebe Stadtverwaltung, fast nie. Sie kommen, wenn überhaupt, mit einem Plan und den sollen wir folgen. Und wenn wir das nicht machen, dann haben wir irgendwas nicht verstanden. So sieht das aus. Und das steht im krassen Widerspruch, aber wirklich im krassen Widerspruch zu ihrer eigentlichen Aufgabe, ehrenamtlichen Stadtratsmitgliedern gegenüber. Das musste mal gesagt werden. Und das hier, dieses Zinckeheim, ist dafür das aktuelle Beispiel.

    Ich finde es ja spannend zu erfahren, Frau Borris, dass nun die Lage der Hesekielstraße wenig zentral ist. Ja, aber nicht so wenig zentral wie die in Roten See. Es gibt ja sogar eine direkte Bahnverbindung. Also ich meine, wenn die Brücken mal wieder irgendwann kommen, ja, dann kann man ja über die Halbe direkt durchfahren mit der Zehn bis zum Balibersee sogar und kommt in Roten See vorbei. Aber ich darf Ihnen sagen, wenn Sie hier in die Bahn steigen, das wissen Sie auch, kommen Sie in der Hesekielstraße am Ambrosiusplatz viel eher an als draußen im Roten See.

    Und ich finde es auch spannend, dass Sie mit der Tatsache zugegeben haben, dass Ihr ganzes soziales Wohnungsamt, Entschuldigung, am Arsch der Welt liegt, wenn ich das mal so sagen darf. Denn der Höpfnering liegt ja noch dahinter. Das ist ja noch viel weiter weg. Man muss ja von Glück reden, dass Frau Schulz den Weg heute ins Rathaus gefunden hat, weil es ja offenbar eine Unwilde ist, diesen weiten Weg auf sich zu nehmen. Also wir müssen doch mal bitte bei der Sache bleiben.

    Wenn das die Vorgänge sind, die Sie gerade vorgeschlagen haben, also vorgestellt haben, dass das Gebäude so marode sind, dass es Tandem-Toilettenzellen gibt, das kann ich alles nicht wissen. Ich frage mich aber, das habe ich vorher schon gefragt, wie es dann einem privaten Baumensch möglich sein soll, aus diesen Katakomben Wohnungen zu machen, die er dann am Markt noch relativ teuer vermieten kann. Wozu wir hier offenbar nicht in der Lage sind, auch die Bober nicht. Also das erklären Sie mir mal. Und das bitte schriftlich.

    Und darum gibt es diesen Antrag. Weil wir nämlich nur dann in der Lage sind, auch diese schriftlichen Zeugnisse mit unseren Experten zu spiegeln. Damit kann ich dann zu anderen Menschen gehen, wenn es öffentlich ist, und fragen, was halten Sie davon, wie können Sie das sagen, und dann können wir hier darüber reden. Aber nicht, dass Sie alleine entscheiden, sich als Staatsorgan allein verstehen. Das ist eine zweigliedrige Organschaft, da gehören wir dazu.



  • Sehen Sie bitte nach Frau Grotjohann, heute nicht so gut bei Stimme, wenn ich die Frage ganz kurz vorstellen darf, die wir auch leider erst heute eingestellt haben. Das ist auch nicht schlimm, wir erwarten keine tagesaktuelle Antwort. Ich lade Sie namens der Fraktion Die Linke einfach nur dazu ein, etwas zu lernen, was wir ja tagtäglich im lebenslangen Lernen alle machen sollen.

    Frau Gleitsmann, Sie sitzen am Pult, heute vergesse ich es nicht, und werfen nacheinander die Ihnen zugesandten Bilder bitte ein. Sie erinnern sich, Donnerstag, 14 Uhr, Stadtratsvorsitzender Schwenke öffnet die Sitzung. Die Linke hatte nicht fristgerecht eine Grundsatzaussprache anberaumt. Niemand konnte sich erinnern, dass wir hier jemals so etwas schon durchgeführt haben, nicht mal unser Urgestein als Stadtratsvorsitzender Schwenke, der ja seit Anbeginn der Zeitrechnung dieses Rates dabei ist. Auch das Sitzungsmanagement hatte Lücken im Erinnerungsvermögen, was ja nicht schlimm ist. Ich hatte nur ein Bauchgefühl, dass ich zumindest mal bei einer Grundsatzaussprache dabei gewesen sein muss.

    Eigentlich hätte Herr Meister, wenn er sich da eine ganze Freizeit für die Glocken verwendet hätte, auch noch wissen müssen, dass er mit seiner Fraktion 2016 Antragsteller war, wie ich eben schon feststellte. Wir werden alle nicht jünger, so ist das eben. Schauen Sie, wir haben das gemacht hier im Stadtrat, und zwar ein wichtiges Thema, es war noch nicht das Zincke-Heim, das steht uns dann ja vielleicht noch bevor. Es war der Tunnel, weil damals herauskam, dass die Bohrfehler irgendwie zu marode sind. Und es war übrigens nicht die einzige Grundsatzaussprache, auch der Kulturausschuss hatte sowas mal geplant im Rahmen der Kulturhauptstadtbewertung. Also es ist schon etwas, was möglich ist.

    Die Frage, die uns aber eigentlich bewegte und die am Donnerstag noch nicht so richtig beantwortet werden konnte, auch von Herrn Schwenke nicht, der mir sofort, was ja wahrscheinlich immer stimmt, Unsachlichkeit vorwarf, ist die, wie wir künftig mit der Durchführung von aktuellen Debatten und Grundsatzaussprachen hier umgehen werden, ob es dabei bleibt bei dem Prozedere, wie es immer war. Wenn eine Fraktion fristgerecht eine dieser beiden Dinge beantragt, wird das durchgeführt oder aber ist dann darüber mehrheitlich abzustimmen. Das ist die Frage, die Sie alle mitnehmen können und demnächst dann sicherlich durch die Verwaltung schriftlich beantwortet wird. Vielen lieben Dank.



  • Simone Borris Oberbürgermeisterin

    Der Herr Müller hat es eben selbst gesagt: Fristgerechte Einreichung setzt sich bei diesem Antrag, der hier auf der Tagesordnung oder bei der Grundsatzdebatte, die auf der Tagesordnung 2016 gestanden hat, voraus.

    Und wir werden natürlich ausführlich schriftlich antworten.